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Bildungsausschuss:CSU: Mobbing-Prävention an Schulen ausreichend

Der Bildungsausschuss des Landtags hat am Donnerstag über neue Maßnahmen gegen Mobbing in Schulen abgestimmt. In zwei Anträgen hatten SPD und Grüne ein umfassendes Schulkonzept und bessere Rahmenbedingungen gefordert: Mobbing werde subtiler und spiele sich zunehmend in den sozialen Netzwerken ab. Cybermobbing führe zu schlechteren Schulleistungen und beeinträchtige das psychische Wohlbefinden der Schüler.

Der Regierung liegen alte Zahlen vor, kritisierte Margit Wild (SPD). Da viele Mobbingfälle aus Scham nicht zur Anzeige kommen, sei die Dunkelziffer groß. Zwar fördere das Kultusministerium viele Projekte zur Mobbingprävention, die seien aber zu punktuell und nur kurzfristig angelegt. Während die SPD ein Schulkonzept vorschlägt, das in Finnland bereits erfolgreich gegen Mobbing an Schulen angewandt wird, fordern die Grünen unter anderem mehr Geld für Präventionsarbeit an Schulen. Die CSU-Fraktion lehnte beide Anträge ab. Die Begründung: Das Kultusministerium unterstütze bayerische Schulen bereits sehr gut. "Wir haben sogar ganze Programme, nicht nur kurzlebige Projekte, die in der Prävention und Intervention greifen", sagte Carolina Trautner (CSU).

Grund zur Sorge bei der Opposition ist die aktuelle Auswertung der Pisa-Studie von 2015, wonach jeder sechste deutsche Schüler regelmäßig Mobbing-Opfer wird. Das Problem betrifft aber auch die Lehrer. In einer repräsentativen Forsa Studie geben 55 Prozent der befragten Lehrkräfte in Bayern an, dass psychische und verbale Aggressionen zugenommen haben. Offizielle Zahlen hat die Staatsregierung dazu nicht. Als Reaktion auf die Forsa Umfrage hatten die Grünen einen Antrag zur systematischen Erfassung von Gewalt gegen Lehrer gestellt. Die CSU lehnte auch diesen Antrag am Donnerstag ab. Zwar sei das Thema wichtig, die Erfassung der Daten wäre aber ein zu großer bürokratischer Aufwand für die Schulen, argumentiert die CSU. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, nimmt das Kultusministerium dennoch in die Pflicht. Im Innen- und Justizministerium seien systematische Umfragen auch möglich. "Das Kultusministerium sollte diesem Beispiel folgen", sagte Fleischmann. Ohne solides Datenmaterial könne es auch keine wirksame Prävention geben.