Bayreuth Weitere Anzeige gegen Klinikum

Andere Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung einer 19-jährigen Epilepsiepatientin am Klinikum Bayreuth eingestellt. Es war durch eine anonyme Anzeige angestoßen worden. Zuvor hatten zwei Oberärzte das Vorgehen in diesem Fall öffentlich kritisiert. Ihnen war danach gekündigt worden.

Mit der Einstellung wird am Klinikum aber womöglich noch keine Ruhe einkehren. Vor wenigen Wochen ist bei der Staatsanwaltschaft eine weitere anonyme Strafanzeige eingetroffen. Dabei geht es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung bei einer anderen, minderjährigen Patientin. Sie soll an den Folgen einer Operation im Jahr 2016 gestorben sein. Derzeit prüfe die Polizei, ob an den vorgebrachten Vorwürfen etwas dran ist, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Näheres ist noch nicht bekannt.

Was das eingestellte Verfahren angeht, habe die Staatsanwaltschaft nicht feststellen können, dass ein Verstoß gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht für den Tod der jungen Frau verantwortlich gewesen sein könnte, sagt Potzel. Die 19-jährige Patientin war in Bayreuth mehrmals stationär behandelt worden, sie starb 2017, nachdem sie einen Anfall erlitt und zunächst nach Bayreuth gebracht und dann nach Erlangen verlegt wurde. Eine anonyme Anzeige brachte die Ermittlungen im September 2018 in Gang. Weil dort offenbar der Name der Patientin fehlte, stellte sich laut Potzel erst im Laufe der Ermittlungen heraus, dass der Fall bereits 2017 auf Wunsch der Angehörigen untersucht worden war. Die Staatsanwaltschaft habe damals ein rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben und die Ermittlungen anschließend eingestellt. Eine Obduktion sei damals schon nicht mehr möglich gewesen. Ermittlungen wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs am Klinikum, die ebenfalls durch die anonyme Anzeige angestoßen wurden, hat die Staatsanwaltschaft Hof bereits im Oktober eingestellt.