Hochwasser:Schnee statt Regen

Hochwasser: Eine Straße bei Untermerzbach im Landkreis Haßberge ist überschwemmt, weil die Itz Hochwasser führt.

Eine Straße bei Untermerzbach im Landkreis Haßberge ist überschwemmt, weil die Itz Hochwasser führt.

(Foto: Pia Bayer/dpa)

Die Schäden durch die heftigen Niederschläge in Bayern halten sich in Grenzen. Ein Temperaturrückgang am Wochenende wird die Lage weiter entspannen.

Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage ist es in Teilen Bayerns zu Hochwasser und Überschwemmungen gekommen. Besonders betroffen waren laut Hochwassernachrichtendienst (HND) vom Donnerstag die Regionen an der Fränkische Saale und das obere Maingebiet. Hier wurden Pegel der Meldestufe 3 überschritten, einige Straßen mussten deshalb gesperrt werden. Größere Schäden seien durch den Dauerregen aber nicht aufgetreten: "Die Gemeinden sind gut aufgestellt", sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag.

In Amberg stieg der Pegel der Vils deutlich, am Donnerstag lag er knapp unterhalb der Meldestufe 3. Diese beginnt bei einem Wert von 180 Zentimetern. In den Mittagsstunden stand der Pegel der Vils bei bereits 176 Zentimetern. 24 Stunden zuvor lag er noch bei 117 Zentimetern.

An zehn Stellen in Ober- und Unterfranken wurde die Meldestufe 3 überschritten, wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt mitteilte. Darunter sind beispielsweise bei Bad Kissingen die Fränkische Saale, bei Fürth am Berg (Landkreis Coburg) die Steinach und bei Mainleus (Landkreis Kulmbach) der Main. Meldestufe 3 bedeutet, dass einzelne bebaute Grundstücke, Keller und Straßen überflutet werden können. Lediglich in Wolfsmünster (Landkreis Bad Kissingen) ist laut Angaben des HND auch mit Meldestufe 4 zu rechen - bebaute Gebiete können in größerem Umfang überflutet werden.

In den vergangenen Tagen hatte der Regen im Norden und Osten Bayerns viele Flüsse ansteigen lassen. In vielen Orten kämpften freiwillige Helfer mithilfe von Sandsäcken gegen das Wasser. In Würzburg wurde das für Samstag geplante traditionelle Drei-Königs-Schwimmen im Main abgesagt. Das Schwimmen im Fluss ist ab einem Pegelstand von 2,70 in Würzburg nicht mehr erlaubt, die kritische Marke war am Mittwoch überschritten worden.

Die Hochwasserlage sei mit der Extremwettersituation rund um Weihnachten vergleichbar, sagte ein Sprecher des HND. Auch hier wurde vielerorts die Meldestufe 3 erreicht. Die Schäden waren aber überschaubar geblieben.

Angesichts des Hochwassers und zunehmenden Extremwetters sicherte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) weiter hohe Investitionen in den Katastrophenschutz zu. "Wir haben in den vergangenen Jahren in die Ausstattung der Katastrophenschutzbehörden und Einsatzorganisationen kräftig investiert, seit 2019 insgesamt 88 Millionen Euro. Diese Investitionen werden wir auf hohem Niveau fortführen", sagte der Minister der Mediengruppe Bayern am Donnerstag. Der Freistaat sei mit 450 000 Einsatzkräften bei Feuerwehren, freiwilligen Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk sowie dem Konzept "Katastrophenschutz Bayern 2025" bereits gut gerüstet. Allein für die Beschaffung von Einsatzmitteln und Fahrzeugen sollen trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Doppelhaushalt 2024/25 den Angaben zufolge insgesamt 47 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Über eine weitere Steigerung für die nächsten Jahre werde man reden müssen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für das kommende Wochenende mit weniger Niederschlag. Am Freitagnachmittag kommt es nach Angaben des DWD besonders in Unterfranken nach einer Regenpause wieder vereinzelt zu Schauern, mit Niederschlagsmengen zwischen einem und drei Litern pro Quadratmeter. Über das Wochenende sinkt die Schneefallgrenze dann auf 400 Meter ab. Es werde bis zum Wochenstart mit Neuschneemengen von bis zu 20 Zentimetern im Alpenvorland und maximal 40 Zentimetern am Alpenrand gerechnet. In höheren Lagen seien sogar Neuschneemengen von bis zu 60 Zentimetern möglich.

Die Niederschläge lassen demnach in den Hochwassergebieten weiter nach und gehen in Schnee über. Zum Wochenende hin rechnet der HND daher mit einer Entspannung der Hochwassersituation.

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