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Bauprojekte in Augsburg:Eine Stadt baut um

Vom Bahnhof bis zur Maximilianstraße: Im Augusburger Stadtzentrum dominieren Baumaschinen und Absperrgitter, weil gleich mehrere Großprojekte gleichzeitig verwirklicht werden. Wie Einwohner, Touristen und Geschäftsleute mit dem Chaos umgehen.

Andreas Ross

PR-Agenturen wissen, wie man Unangenehmes flauschig und weich verpackt: "Meine Stadt kann Zukunft" steht da auf der achtseitigen Werbebeilage, die einen lächelnden jungen Mann vor der Silhouette der Augsburger Maximilianstraße zeigt.

Dieses Schild dürfte den Augsburgern ziemlich bekannt vorkommen: Gleich mehrere große Bauprojekte werden derzeit in der Stadt verwirklicht.

(Foto: dpa)

Was genau das bedeutet, kann man derzeit in Schwabens Bezirkshauptstadt auf Schritt und Tritt erleben: Vorsicht, Baustelle! Wohl selten hat sich eine Stadt so komplett einem Häutungsprozess unterworfen, wie das schon seit Wochen Augsburg tut.

Vom Bahnhof bis zum Rathaus und vom Stadttheater bis zur Freilichtbühne am Roten Tor hinterlassen Raupen, Bagger, Kräne und Lastwagen ihre tiefen Spuren. Autofahrer, Radler und Fußgänger finden sich wohl nur deshalb zurecht, weil einerseits Schilder schon sehr frühzeitig vor dem Aufsuchen der Innenstadt warnen.

Und andererseits zieht sich durch die City ein Bandwurm an rot-weißen Absperrbaken, zwischen denen Autos und Menschen auf wundersame Weise an aufgeschütteten Erdhügeln und ratternden Baumaschinen vorbei doch irgendwie an ihr Ziel finden.

Muss denn alles auf einmal sein?", stöhnt so mancher irritierte Augsburger. "Ja", meint Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU), "es ist zwar in der Tat eine Operation am offenen Herzen." Der Umbau des Königsplatzes findet praktisch gleichzeitig mit der Modernisierung der Fußgängerzone und der Maximilianstraße statt. Und auch der erste Bauabschnitt des Bahnhofumbaus hat begonnen. "Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden, um die Baustellenphase so komprimiert und dadurch so kurz wie möglich zu halten."

In der Tat ist es mutig, was Gribl und sein Baureferent Gerd Merkle hier gemeinsam mit dem Stadtrat angerührt haben. Noch gehen die Bürger relativ gelassen mit den vielen Baustellen in der Innenstadt um. Aber je länger es dauert, desto grantiger kann der Augsburger werden. OB Gribl verspricht sich von der Modernisierung des Nahverkehrs und der Fußgängerzone reiche Ernte bei der Kommunalwahl 2014.

Wer derzeit am Hauptbahnhof ankommt und sich in die Halderstraße Richtung Innenstadt begibt, hat schon mal ein erstes Problem. Die Straßenbahn ist wegen des Umbaus des zentralen Umsteigeknotens am Königsplatz abgehängt, und die Halderstraße wird bereits für den Bau eines Straßenbahntunnels unter dem Bahnhof hindurch vorbereitet.

Knapp 200 Meter weiter am Königsplatz stößt der verdutzte Besucher auf ein riesiges Baufeld. Hinter Absperrgittern ragt ein Kran in die Höhe, Arbeiter sind mit der Verlegung von Röhren beschäftigt. An dieser Stelle soll ein neues, futuristisch anmutendes Haltestellendreieck für Bus und Straßenbahn entstehen.

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