Einen Bereich haben die Ausstellungsmacherinnen bewusst klein gehalten, auch wenn sich dazu noch viel mehr in den Beständen der Unibibliothek gefunden hätte: die "Rassenkunde". Auch bei den ausgestellten Büchern haben sie darauf geachtet, dass nicht die rassistischsten Seiten aufgeschlagen in den Vitrinen liegen. "Wir wollten nicht das falsche Publikum anziehen", sagt Constance Dittrich. Stattdessen wünschen sie sich als Publikum: Schulklassen und Lehrer. Denen soll nahegebracht werden, so Merkel, "dass es wenig Ausweichmöglichkeiten gab vor der Vereinnahmung des kindlichen Geists durch den Nationalsozialismus. Das ging vielleicht, wenn sie aus ausgeprägt liberalen, christlichen oder humanistischen Elternhäusern kamen".

Es sei schwer gewesen, Zeitzeugen für die Ausstellung zu finden, erzählt Merkel. "Nach Kriegsende zerbrach für diejenigen, die so aufgewachsen sind, alles, was sie verinnerlicht hatten. Sie denken, dass sie keine schönen Erinnerungen an ihre Kindheit mehr haben dürfen." Die Ausstellung soll, so die Kuratorinnen, auch ein Appell sein, Kinder in Freiheit und zum eigenen Denken zu erziehen.

"Spiel mit dem Reich", Staats- und Seminarbibliothek Eichstätt, Hofgarten 1, bis 26. August, Katalog 29,80 Euro

Bild: UB Eichstätt-Ingolstadt 15. Juni 2011, 12:102011-06-15 12:10:06 © SZ vom 15.06.2011/tob