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Zeitmaschinen (10): Volkwagen Samba-Bus:Aufschwung durch Ausblick

Er wurde zur Urform des Kastenwagens, der anderen Herstellern kaum Chancen ließ, und die Luxusausführung wies den Weg Richtung Wirtschaftswunder. Als Oldtimer durchbricht er alle Wertsteigerungsrekorde.

Eigentlich hieß der Samba-Bus gar nicht Samba-Bus, sondern eher gar nicht. In Prospekten führte er die trockene Bezeichnung VW Achtsitzer Sondermodell (oder eben Siebensitzer, je nachdem), und Sondermodell stand damals noch für etwas Besonderes, nicht für ein behübschtes Automobil, dessen Beigaben lasche Verkaufszahlen reanimieren sollten.

Zeitmaschinen (10): Volkswagen Samba-Bus

Aber bitte mit Blumen

Von schwachem Verkaufserfolg konnte beim VW-Bus Anfang der 50er Jahre ohnehin keine Rede sein, eher im Gegenteil: Er hob an, das mit ihm reifende Wirtschaftswunder zu transportieren und in eine Zukunft zu führen, die wieder nach Schweinebraten schmeckte, nach Bohnenkaffee, Nierentisch und nach Einfamilienhaus, willkommene Abwechslung zu den Trümmerhaufen des Jahrzehnts davor.

Mehr als ein Jahrzehnt alt war da auch schon der VW Käfer, aber es gab ihn lange nicht: Anstatt damit zu fahren, hatte Deutschland Polen überfallen, der Produktionsstopp des Käfers war noch die harmloseste Folge. Für etliche Jahre wurden dann Kübelwagen auf Käfer-Chassis geschraubt, 1945 kam das zivile Modell wieder in Schwung.

Und damals wusste man: Ein ordentliches Chassis hat neben einer Limousine alles zu transportieren, vom Coupé (der Karmann Ghia kam 1955, schon davor waren die Sonderkarosserien zahlreich und schön) bis zum Kastenwagen.

Der musste aber vorerst noch ohne Kasten auskommen: Im VW-Werk in Wolfsburg, einer reinen Retortenstadt zum Zweck der Autoproduktion und nach dem Krieg eilig ihres Namens Stadt des KdF-Wagens entledigt, wurden Transportaufgaben auf Anregung des britischen Majors Ivan Hirst mit Plattenwagen erledigt - auf ein Käfer-Fahrgestell kam eine Plattform, hinten gab's Lenkrad und Fahrersitz, der letzte dieser Plattenwagen war bis 1994 im VW-Werk im Dienst.

1947 aber inspirierte er den holländischen VW-Importeur Ben Bon zur Skizze eines Kastenwagens, bald darauf reifte die Entwicklung im Werk, das Käfer-Chassis kollabierte aber unter voller Beladung. Also bekam der Bus eine selbsttragende Karosserie, die Technik kam quasi unverändert vom Käfer.

VW Bulli neu

Schön wär's ja schon