Weltspiegel (33): Automarkt Japan:Dieselmotor? Nur in Bussen und Lkws

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Und: Nur Busse und Lastwagen werden in Japan von Dieselmotoren angetrieben. Die Selbstzünder kommen im Land des Lächelns von ihrem Schmuddelimage nicht weg. Entweder Benziner oder Hybridmodell - sonst gibt es fast nichts. Der Hybridanteil liegt dank vergleichsweise üppiger Verkäufe von Modellen wie Toyota Prius oder Honda Civic Hybrid bei rund fünf Prozent - höher als in jedem anderen Land in der Welt.

Ein Hauptgrund ist die Stärke der Heimatmarken. Im eigenen Land geben die Japaner den Ton an. Die drei Marktführer Toyota, Nissan und Honda liegen weit vor der Konkurrenz. Mazda zum Beispiel hatte vor 20 Jahren noch einen zweistelligen Marktanteil, dümpelt nun aber bei unter fünf Prozent herum. Ein Grund: Nach wie vor produzieren die Japaner mit Sitz in Hiroshima keine Kei-Cars, die werden bei Suzuki eingekauft.

Überstanden sind die Folgen der Katastrophe von Fukushima im Autoland Japan keinesfalls. Als Folge von Erdbeben, Flutkatastrophe und Atomunglück sanken die Produktionszahlen der heimischen Hersteller im erst Fiskalhalbjahr (April bis September 2011) trotz aller Bestrebungen der Regierung um rund 15 Prozent.

Erst jetzt geht es langsam wieder bergauf: In den Monaten September und Oktober stiegen die Produktionszahlen um rund 20 Prozent an. Mit den ehemals geplanten 4,5 Millionen Zulassungen rechnet aktuell jedoch niemand mehr. Auch der Anteil der Importfahrzeuge kommt seit Jahren kaum nennenswert über die Fünf-Prozent-Marke.

Besser sieht es bei den Premiummarken aus. Audi will dieses Jahr 20.000 Fahrzeuge in Japan verkaufen. "25 Prozent unserer Verkäufe sind der kleine A1", so Audi-Chef Rupert Stadler, "bis 2015 rechnen wir mit 40.000 Audi-Verkäufen in Japan." Aber es sind besonders die hoch motorisierten deutschen Modell, die die potente japanische Kundschaft anlocken.

Dabei darf man in Japan maximal 100 km/h auf den Autobahnen fahren.

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