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VW:Gefühl im Akku

Volkswagen

Der VW Golf Sportsvan wird wohl von 2022 nicht mehr zu haben sein.

(Foto: Volkswagen)

Der neue VW-Chef Herbert Diess setzt voll auf die Elektrifizierung. Viele beliebte Modelle könnten auf der Strecke bleiben.

Ohne Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren wäre die Marke Volkswagen wohl das geblieben, was sie war: ein unbeweglicher Riese. Doch ausgerechnet der Dieselbetrug leitete jene Wende ein, die VW unter der alten Führung kaum angegangen wäre. Nun sucht der Konzern sein Heil an der Steckdose.

Die Verbrennerpalette soll dagegen konsequent ausgedünnt werden: So entstehen die Nachfolger der New Small Family (Up! und Konsorten) auf Basis der verkürzten MEB-Elektroplattform. Statt in der Mittelklasse vier verschiedene Karosserievarianten anzubieten (Limousine, Variant, Arteon, Shooting Brake plus Skoda) denkt VW über einen Passat SUV nach Art des in Amerika gebauten Atlas nach, vom derzeitigen Dreigestirn aus Golf Sportsvan (Foto), Touran und Sharan dürfte vom Jahr 2022 an nur der Touran-Nachfolger überleben.

Was VW sich nicht unbedingt hätte antun müssen, ist die zweite Generation des viel zu teuren Touareg. Entbehrlich erscheint auch der Amarok, dem ein adaptierter Ford Ranger künftig die Schwerarbeit abnehmen soll. Zu früh verschieden ist dagegen der New Beetle, denn es fehlt aktuell ein Modell mit Gefühl im Tank oder in den Akkus - sei es ein Golf R mit dem 400 PS starken Audi-Fünfzylinder, eine Kleinserie des Rekordwagens ID.R oder ein Bulli für Normalverdiener.

Für Adrenalin im Blut und ein reines Umweltgewissen sind demnächst die elektrischen MEB-Ableger zuständig: Geplant sind der neo-klassische Buzz (2021), drei Crossover-Angebote (2020 bis 2023) und der Aero/Vizzion (2022), der schon in zwei Wochen als Sportkombi-Konzept Premiere hat. Damit keine unkontrollierten Emotionen aufkommen, werden die Modelle treudeutsch durchnummeriert. Doch noch ehe die ersten fünf ID-Varianten auf dem Markt sind, will VW in einer zweiten Elektro-Charge den Karmann Ghia reanimieren, ein viertüriges Coupé im Format des Tesla 3 nachschieben, den geschrumpften e-Buggy in Kleinserie bauen und womöglich einen fast lautlosen Roadster bringen.

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