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Volkswagen Gol:Erfolgsmodell ohne Glanz

Nein, der Buchstabe "F" am Ende des Wortes fehlt nicht: Der VW Gol ist seit mehr als 25 Jahren die unangefochtene Nummer eins in Brasilien. Er ist eine Nummer kleiner als der Golf und eine Komposition aus Versatzstücken alter VW-Modelle. Die Brasilianer lieben ihn trotzdem.

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Nein, der Buchstabe "F" am Ende des Wortes fehlt nicht: Der VW Gol ist seit mehr als 25 Jahren die unangefochtene Nummer eins in Brasilien. Er ist eine Nummer kleiner als der Golf und eine Komposition aus Versatzstücken alter VW-Modelle. Die Brasilianer lieben ihn trotzdem. Eine Ausfahrt.

In der beliebten Kompaktklasse muss sich jeder am VW Golf messen - seit 1974. Da macht die neue, mittlerweile siebte Golf-Generation keinen Unterschied zu den sechs Generationen davor. Beim VW Gol sieht es nicht anders aus. 1980 (im Bild) erstmals vorgestellt, entwickelte sich das Einstiegsmodell von Volkswagen do Brasil zum Bestseller und übernahm 1987 Platz eins in der brasilianischen Verkaufsliste. Dort steht es noch heute.

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Technisch ist die neueste Gol-Generation (im Bild) eine Mischung aus verschiedenen in die Jahre gekommenen Volkswagen-Plattformen. Der ausgelaufene VW Polo spendiert dem brasilianischen Gol große Teile seines Unterbaus. Dazu kommen Komponenten von verschiedenen Golf-, Fox- und Polo-Generationen.

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Das Design des neuesten Gol ist ähnlich unspektakulär wie das des hiesigen Golf. Der lateinamerikanische Kunde steht nicht auf extravagante Designeskapaden. Der VW Gol ist seit Jahren insbesondere günstig und ein treuer Begleiter - das kommt an.

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Volkswagen Gol:VW Gol

Der 3,90 Meter lange VW Gol ist technisch nicht mit dem europäischen Polo oder gar dem klassenhöheren Golf zu vergleichen. Den gibt es auch in Brasilien - allerdings nach wie vor in der betagten Modellvariante des Golf IV. Ein wirklich billiges Vergnügen ist der VW Gol in seinem Heimatland jedoch nicht. Das liegt weniger an überzogenen Preisen der in Brasilien seit 1953 beheimateten VW do Brasil, sondern an üppigen Steuern, die den Einstiegspreis des Basis-Gol auf umgerechnet rund 11.000 Euro ansteigen lassen.

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Dafür gibt es solide Technik, eine mäßige Ausstattung und wenig Komfort. Die grauen Kunststoff-Oberflächen sind nach europäischen Maßstäben rustikal und lieblos, Schalter rar gesät und die Sicherheitsausstattung dürftig. Doch für Sicherheits- und Assistenzsysteme interessiert sich in Brasilien kaum jemand.

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Auf dem neusten Stand sind das Lenkrad und das Radiosystem. Die würden sich auch in einem deutschen Polo gut machen.

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Auch bei den Motoren bleiben moderne Turbo-Direkteinspritzer außen vor. Der Kunde hat die Wahl zwischen Drei- und Fünftürer sowie zwischen 1,0 und 1,6 Litern Hubraum. Das 72 PS starke Einsteigermodell ist für das tägliche Fortkommen in Brasilien ausreichend.

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Der leistungsstärkere Gol 1.6 Power mit seinen 101 PS bietet für umgerechnet 14.000 Euro immerhin Alufelgen, Bordcomputer, elektrische Fensterheber und Funkfernbedienung. Die sinnvolle Klimaanlage kostet rund 1.000 Euro extra. Die Fahrleistungen sind ordentlich. 0 auf Tempo 100 schafft der Fronttriebler in rund zehn Sekunden und 188 km/h sind deutlich mehr, als die brasilianische Polizei auf den Autobahnen erlaubt. Das maximale Drehmoment von 154 Newtonmetern bei 2500 Kurbelwellenumdrehungen reicht aus, um den nur eine Tonne schweren Brasilianer flott zu bewegen.

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Wirklich sparsam kann man mit ihm jedoch nicht unterwegs sein. So laufen selbst bei normaler Gangart mehr als acht Liter Kraftstoff durch die Einspritzdüsen. Getankt werden kann ein beliebiges Mischungsverhältnis von Ethanol und Benzin.

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Auch wenn der Preis durch die üppigen Steuern an der 40.000-Real-Marke kratzt, lassen Materialien und Geräuschdämmung Wünsche offen. Bei längeren Autobahnfahrten nervt der fehlende sechste Gang, der das Geräuschniveau absenken würde. In Brasilien interessiert das zumindest in dieser Kleinwagenklasse niemanden. Rund 70 Prozent der Brasilianer bevorzugen Fahrzeuge vom Schlage eines Gol, Dacia Sandero, Opel Corsa oder Renault Clio.

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Kein Wunder, dass von VW Gol seit 1980 mehr als sieben Millionen Fahrzeuge gebaut wurden. Das bedeutet Platz fünf in der weltweiten Volkswagen-Konzernhitliste. Wer den Gol als Stufenheckversion mit Kofferraum will - kein Problem. Der ungleiche Bruder heißt Vovage (im Bild). Der Erfolg von VW Gol und Voyage dürfte noch einige Zeit anhalten. VW hat die Zehn-Millionen-Grenze fest im Blick.

© süddeutsche.de/goro/pauk

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