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Smartphone-App in Kanada:Falschparker Verpetzen 2.0

Ehemalige Kuvertfabrik in Pasing, 2012

Wer keine Parksünder mag, der dürfte sich über eine kanadische App freuen. 

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Kein Job als Politesse und dennoch Lust, einen Falschparker zu verpfeifen? In Kanada kann dank einer neuen App jeder zum Privatdenunzianten werden - und sich vielleicht sogar seinen Anteil am Bußgeld verdienen.

Von Christopher Pramstaller

Niemand mag Petzen. In ihrem Kampf für Recht und Ordnung gehen sie ihren Mitmenschen mit der Übererfüllung jeder noch so kleinsten Vorschrift gelegentlich gehörig auf die Nerven. Wer das Glotzen aus dem Fenster, Beobachten von Nachbarn und das Zurechtweisen von Personen, die bei Rot über die Straße gehen, jedoch für ein deutsches Phänomen hält, liegt falsch.

Petzen 2.0 ermöglicht eine Firma in Kanada. Sie hat eine App entwickelt, mit der jeder zum Denunzianten werden kann - und sich dafür vielleicht sogar einen Anteil am Bußgeld sichern könnte, wie das Edmonton Journal berichtet. Dafür muss sich ein Smartphone-Besitzer lediglich die App "Spotsquad" herunterladen und Parksünder fotografieren. Die Bilder werden dann automatisch an das Ordnungsamt oder die Polizei übermittelt. Von dem Bußgeld erhält die Petze einen Anteil.

Ein Entwickler der App, Chris Johnson, sagt dem Edmonton Journal, dass das Programm zwar noch nicht aktiv genutzt werde, es aber einige Unternehmen gebe, die Interesse hätten. Während auch Johnson davon ausgeht, dass die meisten Leute nicht einfach so jemanden verpfeifen würden, hält er eine mögliche Belohnung für viel zu verlockend.

"Wenn man acht Dollar mit einem kleinen Schnappschuss verdienen kann, wer würde so etwas nicht machen", so Johnson. "Erst recht, wenn man selbst gerne den Parkplatz hätte und den Sünder nicht einfach so davonkommen lassen will."

Doch es gibt auch eine Welt ohne Petzen. Im US-Bundesstaat New Hampshire werden Parksünder nämlich vor der Polizei gerettet. Dort hat sich eine Art Park-Guerilla gebildet, die Münzen in abgelaufene Parkuhren wirft, kurz bevor die Kontrolleure vor Ort sind.

© Süddeutsche.de/rela
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