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Smart USA baut Forfour:Der Seitensprung

Den USA ist der Smart Fortwo zu wenig und der neue Viersitzer kommt zu spät. So bringt Smart USA im kommenden Jahr einfach einen eigenen Fünftürer auf den Markt - es ist ein Nissan Micra mit Smart-Logo. Kommen bald auch SUV und Pick-up?

In den USA läuft das Geschäft mit dem Smart Fortwo seit Monaten lausig. Von dem grandiosen Start im Jahr 2008 mit mehr als 24.000 verkauften Fahrzeugen ist nichts mehr geblieben.

Smart USA baut Forfour

Notgeburt

Seit die Gallone Benzin (3,8 Liter) in den USA wieder kaum mehr als 2,50 Dollar kostet und auch viele Hybridmodelle sinkende Ansatzzahlen melden, sieht es bei Smart besonders düster aus. Nach weniger als 15.000 verkauften US-Fahrzeugen 2009 und deutlich weniger als erwarteten 10.000 USA-Smarts 2010 zieht Generalimporteur Roger Penske die Reißleine: Die USA bekommen als Turboentwicklung einen eigenen Smart mit fünf Türen und fünf Sitzplätzen.

Der neue Smart Forfour ist aber nichts anderes als ein Nissan Micra mit neuer Front und kaum verändertem Heck. Der Wagen wird in Mexiko produziert und soll im Herbst 2011 auf den US-Markt kommen. Die amerikanische Smart-Chefin Jill Lajdziak bekräftigt: "Das neue Modell wird unser Smart-Angebot in den USA deutlich ausweiten, indem wir nun auch einen Fünfsitzer anbieten können und zudem an Effizienz und Erhalt der Natur festhalten."

In Europa und speziell in Deutschland wird das eilig zusammengeschusterte Projekt freilich mit viel Argwohn betrachtet. Hier hatten die Smart-Verantwortlichen nach der Pleite mit dem ersten Smart Forfour, der einst zusammen mit Mitsubishi entwickelt wurde, immer wieder bekräftigt, dass alle zukünftigen Modelle ureigene Smart-Gene wie Tridion-Sicherheitszelle und Heckmotor in sich tragen sollten.

Dagegen war der alte Smart Forfour, der von Mitsubishi als Colt verkauft wurde, von den meisten nur als bunter Kleinwagen ohne Smart-DNA zu einem überhöhten Preis angesehen worden.

Erst im Frühjahr 2010 war zudem nach langem Ringen die weitreichende Kooperation zwischen Smart und Renault-Nissan unter Dach und Fach gebracht worden. Daimler-Vertriebsvorstand Joachim Schmidt hatte bekräftigt: "Wir werden die Einzigartigkeit des Smarts bewahren."

Smart in San Francisco

Unter kalifornischer Sonne