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Sicherheit beim Radfahren:Haftpflichtpflicht

"Radfahrer wollen sicher und gut vorankommen, doch jede Unterbrechung, wie eine rote Ampel, reduziert das Durchschnittstempo", erklärte Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). "Ich habe für jeden Radfahrer Verständnis, der bei einer roten Ampel nach rechts abbiegt, da kann nichts passieren." Deshalb müsse die Infrastruktur auch auf die Erfordernisse des Radverkehrs ausgelegt werden, forderte Huhn. So wären weniger Ampeln durchaus eine sinnvolle Sache.

Obligatorische Haftpflichtversicherung

Bei 13.000 Rotlichtverstößen pro Tag alleine in Münster sieht das Udo Weiss, Leiter der Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Münster, naturgemäß anders. Das Fahrrad sei das Verkehrsmittel der Zukunft und müsse gleichberechtigt betrachtet werden, sagte er. Doch das bedeute, dass auch für Radfahrer gleiche Rechte und Pflichten gelten müssten. Dass sich viele nicht an die Regeln halten, führte Weiss auf ihre Anonymität zurück. Er plädierte deshalb für eine Ausweispflicht ab 16 Jahren und eine obligatorische Haftpflichtversicherung. Denn Radler sind nicht nur Opfer: Bei Unfällen mit Fußgängern sind sie die Hauptschuldigen, so ein Ergebnis der PGV-Studie. Doch aus Angst vor Schadenersatzforderungen machen sich Radfahrer häufig aus dem Staub.

Bau von Radwegen

Burkhard Horn von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verlangte, die Politik müsse auch finanziell eine Gleichberechtigung des Fahrrads mit anderen Verkehrsmitteln herstellen. Schließlich seien Radfahrer heute in allen Schichten und Altersgruppen zu finden. Auch aus "aus umwelt-, klima- und verkehrspolitischen Gründen" werde das Fahrrad immer wichtiger. So zeige ein Blick nach Kopenhagen, dass gute Infrastruktur, etwa eine "grüne Welle für Radler", sowie Aufklärungsarbeit den Radverkehr fördern und sich positiv auf die Sicherheit auswirken.

Wie das finanziert werden soll, wusste Friedrich Denker, der Präsident des Verkehrsgerichtstages, zu sagen: mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket. Einen Teil davon sollten die Kommunen für den Bau von Radwegen einsetzen.