Schiffumbau Die Verschrottung eines Kreuzfahrtschiffes ist der letzte Weg

Obwohl die Zahl der Kreuzfahrtschiffe in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, gibt es immer noch zu wenig Betten auf den Meeren, so heißt es in der Branche. Eine Bewertung, in der sich Pierluigi Foschi und Pierfrancesco Vago einig sind. "Der Bedarf an Kreuzfahrten ist besonders in Europa weiterhin groß", sagt Vago, Chef der italienisch-schweizerischen Reederei MSC. Sein Konkurrent Foschi trennt sich ebenfalls nur ungern von alten Schiffen. "Wir brauchen jedes Schiff", sagte Foschi im Sommer anlässlich der Taufe des Neubaus Costa Favolosa.

Waschen, legen, föhnen

mehr...

Nur die 41 Jahre alte Costa Marina wird im kommenden Jahr die Costa-Flotte verlassen. Maschinen und Technik sind verbraucht. Ob die Costa Marina aber verschrottet wird, ist noch unklar. Schon melden sich Interessenten aus Asien, die für das Schiff in China noch Perspektive sehen.

Die Verschrottung ist bei einem Kreuzfahrtschiff wirklich der letzte Weg. Nur zwei Kreuzfahrtschiffe wurden 2010 zur Verschrottung verkauft. Die Oldtimer Saga Rose und Flamenco I mit zusammen 1600 Passagierbetten mussten nach 45 beziehungsweise 38 Dienstjahren den letzten Weg zum Abbrecher antreten.

Dieses Tempo wird sich ändern. "Unsere Gruppe benötigt im Schnitt pro Jahr in Zukunft zwei bis drei neue Schiffe", sagt Mickey Arison, Vorstand der mächtigen Carnival Cruise Corporation. 101 Traumschiffe umfasst sein Imperium. Unter der Flagge fahren neben Carnival Cruise Line auch Marken wie Aida, Costa, Cunard, P&O und Holland America Line. Zeitweise war Arison der wichtigste Auftraggeber bei Fincantieri. Seine Schiffe sicherten fast 20.000 Arbeitsplätze und lasteten damit die Werften in Monfalcona, Marghera, Genua und Palermo aus. Jetzt bangen viele Fincantieri-Mitarbeiter um ihre Jobs.

Ganz anders die Situation der Werften, die sich auf den Umbau von Kreuzfahrtschiffen spezialisiert haben. Fast eine Milliarde Dollar, umgerechnet mehr als 70 Millionen Euro, haben Arisons Reedereien allein seit Jahresbeginn in die Modernisierung älterer Schiffe investiert.

Saubere Sache

mehr...