Fahrrad-Vergleichstest:Aero: Canyon Aeroad CF SLX Disc 8.0 Di2

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Vor der Startnummernausgabe bei einem Rennrad-Marathon. Die Kumpels sind in der Halle verschwunden, um die Unterlagen abzuholen - Rückennummern, Transponder, Streckenführung und den ganzen Werbequatsch. Einer aus dem Rudel bleibt draußen, bewacht die Räder und beobachtet, wie fast jeder andere Rennradler auf dem Weg in die Halle kurz stehen bleibt und dieses eine Rad in Knallrot und Tiefschwarz betrachtet, nein, begehrt. Aero-Renner verfügen über die aggressivste, auffälligste Optik, die Geräte sehen nach Tempo-Maschinen aus.

Fahrrad-Vergleichstest: Das Canyon Aeroad CF SLX Disc 8.0 Di2 für mindestens 3999 und maximal 6899 Euro

Das Canyon Aeroad CF SLX Disc 8.0 Di2 für mindestens 3999 und maximal 6899 Euro

(Foto: Canyon)

Das Canyon Aeroad CF SLX Disc 8.0 Di2 findet viele Bewunderer, bis die anderen mit den Startnummern zurück sind. Am auffälligsten ist der Rahmen, der streng geometrisch aussieht - ein Teil des Sattelrohrs ist schwarz, sodass er optisch fast verschwindet. Zweiter Hingucker sind die Reynolds-Karbon-Laufräder mit 62 Millimeter hohen Flanken, die während der Fahrt einen übel-gefährlichen Sound von sich geben. Eine Art aggressives Summen, als flöge da ein Schwarm Hornissen an - großartig. Lenker und Vorbau sind aus einem Stück, abgeflacht wie das Höhenruder eines Flugzeugs.

Ausgestattet ist das Modell mit der elektronischen Shimano-Ultegra-Di2-Schaltgruppe und den dazugehörigen Scheibenbremsen, die griffig und sicher verzögern. Auf diesem Rad fühlt man sich automatisch schnell und es fährt sehr gut, eher ruhig vom Lenkverhalten und zackig, sobald man etwas Fahrt aufnimmt. Nur bei starkem Seitenwind bricht leichte Sorge aus, die hohen Flanken der Laufräder und die breiten Rohre bieten viel Angriffsfläche.

Ein kleiner Haken bei Aero-Rädern ist, dass manche Kleinigkeiten recht fummelig sind - schließlich wird alles versteckt, verkleidet, verbaut, was den Luftwiderstand erhöhen könnte. Um das Ladegerät an die kleine Box der Schaltung unter dem Lenker zu stecken, braucht es etwas Gefühl. Die Klemme der Sattelstütze ist einen Tick zu nahe an der Stütze, so dass sie zumindest mit einem Multitool etwa fummelig zu bedienen ist. Und die Ventilverlängerungen, die wegen der hohen Felgenprofile aufgeschraubt wurden, funktionieren zwar, aber nicht sehr geschmeidig. Ansonsten stimmt an diesem etwa 7,5 Kilogramm schweren Rad alles. Ach ja, eine Sache noch, in den Worten eines Bekannten: "Wer auf diesem Rad unterwegs ist, sollte Radfahren können." Da ist was dran.

Das Aeroad-Einstiegsmodell kostet 3999, das Topmodell 6899, die getestete Variante 4999 Euro.

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