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Porsche 911 GT3:Riesenspoiler zum Geburtstag

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Bis zu 315 km/h ist der neue Porsche 911 GT3 schnell.

(Foto: SOM)

Der Porsche 911 wird in diesem Jahr 50. Zum Jubiläum zeigt Porsche auf dem Genfer Autosalon die Neuauflage des GT3. Viele neue Details machen den Rennwagen mit Straßenzulassung noch sportlicher. Geblieben sind der riesige Heckspoiler - und der hohe Preis.

Manche Dinge ändern sich nie: Erst zeigt Porsche eine neue Generation des 911er und präsentiert dann scheibchenweise die verschiedenen Varianten des Sportwagenklassikers. Zum Genfer Autosalon ist nun der GT3 an der Reihe, ein Hochleistungssportwagen. Sein Haupterkennungsmerkmal mutet für den Laien an wie eine Reminiszenz an prollige Tuning-Sünden aus den 80ern: der riesige freistehende Heckspoiler, abfällig auch Frittentheke genannt.

Beim GT3 allerdings hat der Heckflügel handfeste praktische Gründe. Denn der Rennwagen mit Straßenzulassung ist kein Spielzeug für jugendliche Bastler, sondern ein Sportgerät, dass man auch auf der Straße bewegen kann. Der Spoiler am Heck bewirkt im Zusammenspiel mit dem neuen Bugspoiler und einer optimierten Unterbodenverkleidung einen nochmals verbesserten Abtrieb an der Vorder- und Hinterachse. Zusätzlich hat Porsche die Unterbodenverkleidung mit einer nach hinten ansteigenden Kontur versehen, die den Diffusoreffekt verstärkt.

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200 km/h sind nach weniger als zwölf Sekunden erreicht.

(Foto: SOM)

Auch ansonsten haben die schwäbischen Ingenieure alles getan, um den Wagen noch radikaler auf Sportlichkeit zu trimmen: Die Reifen sind auf 20 Zoll angewachsen, an der Hinterachse sind die Pneus 30,5 Zentimeter breit. Räder und Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 38 Zentimetern. Ein Tribut an den Einsatz auf öffentlichen Straßen und vor allem an den Kundengeschmack der Gegenwart sind die Voll-LED-Scheinwerfer.

Beim neuen GT3 kommt erstmals eine aktive Hinterachse zum Einsatz. Sie lenkt - abhängig von der Geschwindigkeit und der Stellung der Vorderräder - ein und verbessert so die Agilität und Stabilität. Hinzu kommen neue Fahrdynamik-Bausteine wie eine elektrisch geregelte, vollvariable Hinterachs-Quersperre und dynamische Motorlager. Wie bisher ist auch das neue entwickelte Vollaluminium-Fahrwerk in Höhe, Spur und Sturz einstellbar. Ab Werk ist das auf dem 911 Carrera basierende Chassis bereits um 30 Millimeter tiefergelegt. Der Wagen wiegt 1430 Kilogramm und ist somit mindestens 25 Kilogramm leichter als der Standard-911er.

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Von vorn ist der GT3 an den neuen Voll-LED-Scheinwerfern zu erkennen.

(Foto: SOM)

Wem der serienmäßige 64-Liter-Tank zu klein ist, der kann sich optional ein Spritfass mit 90 Litern Fassungsvolumen einbauen lassen. Die Reichweite des 12,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchenden Supersportlers würde sich somit von 516 auf 726 Kilometer steigern lassen - theoretisch und bei sanftem Einsatz des Gaspedals.

Das erfordert allerdings ein hohes Maß an Disziplin. Denn das hochgezüchtete Sechszylinder-Aggregat ist gebaut zum Rasen. Beim neuen Motor handelt es sich um einen 3,8 Liter großen Boxermotor mit 475 PS. Der Saugmotor basiert zwar auf dem des 911 Carrera S, hat jedoch mit diesem nur wenige Gleichteile. Das Hochdrehzahl-Triebwerk ermöglicht bis zu 9000 Kurbelwellenumdrehungen und erzeugt ein maximales Drehmoment von 440 Newtonmetern. Der Hecktriebler beschleunigt in 3,5 Sekunden auf Tempo 100, nach insgesamt weniger als zwölf Sekunden überfliegt die Tachonadel die 200er-Markierung. Das Ende der Beschleunigung liegt bei 315 Kilometern pro Stunde.

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Das Cockpit des neuen Porsche 911 GT3.

(Foto: SOM)

Den Gangwechsel des Zweisitzers übernimmt das Siebengang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe PDK. Beim manuellen Hochschalten sind Reaktionszeiten von unter 100 Millisekunden möglich - eine Größenordnung, die bisher dem Motorsport vorbehalten war. Der GT3 ist ein echter Sportwagen, konzipiert für schnelle Rundenzeiten. Doch der Motorsport ist seit jeher ein teures Hobby. Mindestens 137.303 Euro müssen Kunden investieren können, die von August an einen GT3 kaufen wollen. Das ist selbst zum mindestens 90.417 Euro teuren Standard-911er ein kräftiger Aufpreis. Doch Porsche kann es sich offensichtlich erlauben, mit mehr als 820.000 verkauften Einheiten ist der 911er der meistverkaufte Sportwagen der Welt. Trotz Frittentheke gegen Aufpreis.

Genfer Autosalon 2013

Das sind die Highlights