Nissan Note:Der Van, der keiner mehr sein soll

Er war einmal ein Van. Doch die Marketing-Abteilung von Nissan hat entschieden, dass der Note von nun an als Kleinwagen firmieren soll. Am Charakter des Wagens hat sich jedoch nichts geändert. An seinen mittelmäßigen Fahreigenschaften leider auch nicht.

Von Wolfgang Gomoll

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Der Van, der keiner sein soll

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Er war einmal ein Van. Doch die Marketing-Abteilung von Nissan hat entschieden, dass der Note von nun an als Kleinwagen firmieren soll. Am Charakter des Wagens hat sich jedoch nichts geändert. An seinen mittelmäßigen Fahreigenschaften leider auch nicht.

Nissan will 2013 weltweit fünf Millionen Autos verkaufen. Und die Zahl soll noch steigen, bis zum Jahr 2017 baut Nissan darum 17 neue Modelle. Der Nissan Note wurde als erstes Fahrzeug der aktuellen Produktstrategie überarbeitet und soll pro Jahr europaweit mehr als 100.000 Mal verkauft werden.

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Aber warum will Nissan den Charakter des 4,10 Meter langen Note leugnen? Schon beim Einsteigen fällt die bekannte Geräumigkeit auf, die ihn schon immer ausgezeichnet hat. Schiebt man die variable Rückbank nach hinten, herrschen im Fond üppige Platzverhältnisse, die einer Limousine der oberen Mittelklasse gleichkommen. Vorne sitzt man leicht erhöht und genießt so eine bessere Rundumsicht.

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Bisher waren Variabilität und viel Platz die Hauptkaufargumente für den Mini-Van. Diese Nische war den Marketing-Strategien von Nissan zu klein. Jetzt soll der Note, der sich mit dem Renault Clio die Architektur teilt, kein Mini-Van sondern Kleinwagen sein und gegen Ford Fiesta Hyundai i20 und Konsorten antreten.

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Bei maximaler Beinfreiheit für die hinteren Passagiere schrumpft das Kofferraumvolumen von 411 auf 325 Liter. Legt man die Rückbanklehnen um, stehen bis zu 2012 Liter zur Verfügung.

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Eine gute Idee ist der variable Kofferraumboden, der in der Höhe verstellbar ist. Dadurch wird die lange Ladefläche eben und unterhalb des Bodens ergibt sich ein zusätzliches Ladeabteil mit einer Wanne. Allerdings steht die praktische Lösung nur zur Verfügung, wenn der Käufer das Familiy-Paket für 500 Euro ordert. Außerdem beinhaltet das Paket dann noch Extras wie verdunkelte Scheiben oder Armlehnen.

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Im Innenraum versucht der Note, das typischerweise etwas dröge Nissan-Cockpit mit der kreisrunden zentralen Klima-Bedieneinheit durch ein bisschen Klavierlack in der Mittelkonsole und etwas 3-D-Look in den Rundinstrumenten aufzuhübschen. Leider ist die Verarbeitung solide, aber nicht überragend. Das ist verkraftbar in Anbetracht der Tatsache, dass das Einstiegsmodell bei bereits 13.990 Euro zu haben ist.

Nissan, Nissan Note, Kleinwagen, Van

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Die Aufpreisliste ist kurz. Für 1200 Euro ist ein sinnvolles Paket von Assistenzsystemen erhältlich: etwa eine selbstreinigende Kamera mit Vogelperspektiven-Rundumsicht inklusive Bewegungssensor, einen Spurhalte- und Toter-Winkelassistent und einem Navigationssystem. Für weitere 450 Euro wird aus der manuellen Klimaanlage eine Klimaautomatik.

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Im Fahrbetrieb enttäuscht der Note ein wenig: Das Fahrwerk ist zu weich abgestimmt, glücklicherweise ohne in Kurven extrem schwammig zu werden. Doch das Fahrwerk wird ohnehin selten auf eine harte Probe gestellt - zu kraftlos ist der 80-PS-Motor. Nur bei hohen Drehzahlen geht es einigermaßen flott voran. Wer trotzdem hurtig um die Kurven fährt, kann sich immerhin auf eine präzise Lenkung verlassen.

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Herausragende Fahreigenschaften und Leistungsdaten sind jedoch ohnehin nicht die Kernkompetenz des Note. Praktisch und vielseitig soll er sein. Das ist er nach wie vor. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Marketing ihn nun als Minivan oder Kleinwagen verkauft.

© Süddeutsche.de/pi/goro/kaeb
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