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Lazareth LM847:Dieses Motorrad besteht fast nur aus Motor

Konventionelle Bikes interessieren den Franzosen Ludovic Lazareth nicht. Deshalb hat die LM847 einen Maserati-V8 mit 470 PS - und vier Räder.

Von Felix Reek

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Lazareth LM847 in der Frontansicht

Quelle: Lazareth LM847

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Die Automobilbranche scheint sich einig zu sein: In Zukunft werden wir alle elektrisch fahren. Ohne Abgase, ohne Geräusche. Für Ludovic Lazareth klingt das wie ein Alptraum. Er liebt Motoren. Je größer, desto besser. Je lauter, umso liebenswerter.

Das neueste Ergebnis dieser Leidenschaft ist die Lazareth LM847, die der Franzose zuletzt auf dem Auto Salon in Genf vorstellte. Ein Motorrad mit vier Reifen, konstruiert um den V8-Motor eines Maserati Quattroporte herum. Die schnöden Daten: 4,7 Liter Hubraum, 470 PS. Das muss man erst mal sacken lassen.

Lazareth LM 847 in der Seitenansicht

Quelle: Lazareth

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"Der Motor soll die Karosserie sein", erklärte er im Interview. Getreu diesem Ansatz, gibt es an der LM847 kaum Verkleidung, nur ein paar Elemente aus Carbonfaser. Lazareth liebt es, wenn von der Mechanik möglichst viel zu sehen ist und man das Aggregat beim Arbeiten beobachten kann. Die Kraft wird von zwei Ketten an die Hinterräder übertragen.

Nur das Nötigste ist an dem "Muscle Bike", das an eine Kreation von "Werner"-Erfinder Brösel erinnert, verbaut: Lenker, Sattel und Bremse. Sogar eine Schaltung spart sich das LM847. Das Motorrad hat nur einen Gang. Die Fahrwerte: unbekannt.

Lazareth LM 847 in der Heckansicht

Quelle: Lazareth

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Bequem dürfte die Fahrt auf dem Motorrad nicht sein. Der Fahrer liegt langgestreckt über dem Motorblock des 2,6 Meter langen und 400 Kilogramm schweren Motorrads. Aber die wenigsten werden sich wohl mit der LM847 in den Feierabendverkehr trauen. Falls sie denn eine Straßenzulassung erhält.

Darüber muss sich der neue Besitzer offenbar keine Sorgen machen. Der Franzose verkaufte sein Motorrad noch in Genf für eine sechsstellige Summe an einen Liebhaber, der in einem Land lebt, in dem ein lockerer Umgang mit Zulassungsbeschränkungen gehandhabt wird.

Lazareth LM874 in der Frontansicht

Quelle: Lazareth

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Schon in seiner frühesten Jugend schraubte Ludovic Lazareth an Motorrädern und Autos. In Grenoble studierte er Ingenieurswesen, 1998 gründet er im französischen Annecy in der Nähe der Schweizer Grenze seine Firma. Sein Anspruch schon damals: Kraft auf den Asphalt zu übertragen und das auch visuell sichtbar zu machen.

Zu seinen Kreationen gehören ein Renault Twingo mit V8-Motor und ein Dreirad mit dem V12 eines Ferrari. 20 eigene Fahrzeuge baute er in den vergangenen zwei Jahren. Lazareth modifiziert aber auch Serienautos und Motorräder.

Der Lenker der Lazareth LM847

Quelle: Lazareth

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2008 rief sogar die Filmbranche an. Für Regeisseur Matthieu Kassovitz' Actionfilm "Babylon AD" entwarf er 2008 eine ganze Fahrzeugflotte futuristischer Motorräder, Trikes und Quads.

Auf europäische Straßen werden es diese, wie auch seine LM 847, wohl eher nicht schaffen. Sie sind wahre Alpträume für TÜV-Prüfer. Und es gibt ein weiteres Problem: In Frankreich dürfen Motorräder maximal 100 PS leisten. Das schafft bisher keines der Modelle von Lazareth.

© Süddeutsche.de/harl/rus
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