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Kindersitz-Test:Stiftung Warentest und ADAC warnen vor Kindersitzen

Recaro Optia beim Kindersitz-Crashtest im Juli 2017

Der Kindersitz Recaro Optia in Verbindung mit der Recaro Smartclick Base löste sich beim Frontalcrash.

(Foto: ADAC)
  • Die Stiftung Warentest und der ADAC haben erhebliche Sicherheitsmängel bei zwei Kindersitzen festgestellt.
  • Sowohl der Recaro Optia als auch der Grand-Sitz von Jané rissen sich beim Frontalcrash aus der Verankerung.

Die Stiftung Warentest und der ADAC warnen eindringlich vor der Nutzung von zwei Kindersitzen: Bei einem Test versagten die Sitze Recaro Optia in Verbindung mit der Recaro Smartclick Base sowie der Grand-Sitz von Jané beim Frontalaufprall. Das Fazit der beiden Organisationen: "Die Stiftung Warentest und der ADAC raten vom Kauf dieser Modelle ab."

Bei dem Crash-Test löste sich bei dem Recaro-Modell die Sitzschale von der Isofix-Station, die als Verbindung zu den Befestigungspunkten am Autositz dient, und "flog in hohem Bogen durch das Prüflabor". Im realen Unfallgeschehen könnten sich Kind und Mitfahrer schwer verletzen, warnten die Tester. Bei dem Grand-Sitz von Jané hielt die Isofix-Verbindung den Kräften beim Aufprall nicht stand und löste sich ebenfalls.

Ein Recaro-Sitz fiel bereits im vergangenen Jahr durch

Ein Kindersitz von Recaro fiel bereit beim Test im vergangenen Jahr negativ auf. Damals flog ein Kinder-Dummy mitsamt dem Sitz Optia beim frontalen Aufprall nach vorne. Der Hersteller reagierte und tauschte die betroffenen Isofix-Stationen Recaro Fix aus. Doch beim Nachfolgemodell Recaro Smartclick Base wiederholte sich nun das Szenario. "Das erneut schlechte Abschneiden des Recaro-Sitzes hat uns sehr gewundert, aber die verbauten Metallteile hielten den Belastungen nicht stand", sagt Reiner Metzger, der den Test vonseiten der Stiftung Warentest betreute.

Stiftung Warentest und ADAC baten die Hersteller Recaro und Jané um Stellungnahmen. Die Firmen teilten mit, sich die Ergebnisse nicht erklären zu können und nach den Ursachen suchen zu wollen. Jané habe vorübergehend die Auslieferung des Grand-Sitzes an die Händler gestoppt. Wer bereits einen dieser Autokindersitze gekauft hat, solle sich an den Anbieter wenden. "Recaro hatte im vergangenen Jahr kulant reagiert. Kunden konnten die Sitze einfach umtauschen", sagt Metzger. Ob sich der spanische Hersteller Jané ähnlich verhalten wird, könne er jedoch nicht sagen.

Generell bieten moderne Kindersitze jedoch verlässlichen Schutz. Erst vor zwei Monaten veröffentlichten die Stiftung Warentest und der ADAC die Ergebnisse eines großen Tests. Dabei erreichte zwar keiner der 37 getesteten Kindersitze das Prädikat "sehr gut", aber immerhin 22 Sitze wurden mit "gut" gewertet. Nur vier fielen mit "mangelhaft" durch.

© SZ.de/afp/harl/reek
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Zwar hat die Mehrheit der 37 geprüften Modellen mit gutem Ergebnis abgeschnitten, bei einigen aber mangelt es an der Sicherheit - oder die Bezugsstoffe enthalten krebserregende Substanzen.

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