Jeep-Ikonen (2): Willys Wagon Erste Spuren von Komfort tauchen auf

Der Abschlepper

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Gestartet wird wie beim legendären Armee-Jeep nur mit den Füßen: Der rechte Fuß muss gleichzeitig auf den Starterknopf im Fußraum und aufs Gas treten, der linke auf die Kupplung.

Wer das mehr als 60 Jahre alte SUV auch bei höherem Tempo auf Kurs halten will, muss schon mit Nachdruck am Lenkrad ziehen. Die hakelige Gangschaltung dagegen verlangt nach viel Gefühl, sonst ächzt und knarzt es im Getriebe, bis dem Fahrer die Tränen kommen. Neben dem knochigen Ganghebel ragen die beiden Allradhebel in den Fußraum, die die Vorderachse an- oder abkuppeln und die Geländeuntersetzung aktivieren.

Das Thema Komfort steckte bei Jeep in den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Doch schon damals musste man etwas bieten fürs Geld - schließlich kostete der Willys Wagon fast 1900 US-Dollar, während es den zweisitzigen CJ schon für 1200 Dollar zu kaufen gab.

Deswegen hat der Urahn des SUV kleine Schubladen unter den Sitzen, die heute bei modernen Familienvans zum guten Ton gehören. Den Fond-Passagieren gönnte man winzige Armstützen, die einfach an die Innenseite der Karosserie geschraubt sind. Zur Mehrzonen-Klimaautomatik war es 1949 freilich noch ein weiter Weg - der Willys Wagon verfügt nur über einen simplen Heizlüfter im Fußraum des Beifahrers.

Ende der 50er Jahre sah der Familien-Jeep dann doch ziemlich altbacken aus, doch sein Abenteuer-Image ließ sich immer noch gut vermarkten. 1958 erschien das Sondermodell Maverick Special, in Anlehnung an die populäre Western-Fernsehserie mit James Garner in der Hauptrolle.

Der Willys Wagon blieb bis 1965 in Produktion, obwohl schon 1963 der erste Jeep Wagoneer als größeres und deutlich komfortableres Modell erschien.

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