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Jeep-Ikonen (3): Wrangler:Wild Thing

In den 70ern musste Mann Macho sein, in den 80ern durfte er wieder Gefühle zeigen. Sogar Jeep legte da den Weichspülgang ein: Der Wrangler verband vor 25 Jahren erstmals Komfort mit urwüchsigem Jeep-Design.

1987 klebte immer noch ganz Deutschland vor der Mattscheibe, als die Schwarzwaldklinik ins schöne Glottertal lockte. Und wenn sich Sascha Hehn alias Udo Brinkmann mit Tennisklamotten in sein Golf Cabriolet schwang, geriet die Damenwelt ins Schwärmen.

Jeep-Ikonen (3): Wrangler

Nie wieder "Wrongler" sein

Doch Hehn war eher der Typ perfekter Schwiegersohn und auf den zweiten Blick genauso harmlos und bieder wie sein Erdbeerkörbchen-Golf mit Überrollbügel. Wer ein wirklich cooles Auto suchte, fand das 1987 im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Jeep betrat in den USA Neuland - mit dem Wrangler.

Dem Offroader mit dem goldfarbenen Angeber-Schriftzug auf der Haube möchte man nur eines entgegnen: Die 80er Jahre haben angerufen - sie wollen ihre Klamotten zurück. Das Cockpit stammt unverkennbar aus einer Zeit, in der man mit erdfarbenen Kunststoffen und ähnlich grausam gefärbten Polstern meinte, die Welt zu retten.

In der Mitte des Armaturenbrettes reihen sich diverse Zusatzinstrumente wie an einer Perlenkette auf, alle in kleinen Boxen verschachtelt und so angeordnet, dass man sie während der Fahrt kaum ablesen kann.

Für Erheiterung sorgt ein kleiner blinkender Pfeil im Armaturenbrett. Die Schaltempfehlung, heutzutage wieder hochmodern, sollte schon 1987 den Durst des schluckfreudigen Vierzylinders ein wenig verringern.

Doch in den 80ern war der Sprit trotz durchlittener Ölkrisen noch billig, und mit 119 PS aus 2,5 Litern Hubraum kann man im 1,3 Tonnen schweren Wrangler eine Menge Spaß haben.

Jeep Wrangler

Eine Ikone wird aufgehübscht