bedeckt München 15°
vgwortpixel

Historie:Mehr Platz für die Dampfloks

Warum die Harzer Schmalspurbahnen viel Geld in eine neue Werkstatthalle stecken.

Neue Strecke der Selketalbahn eröffnet

Eine Dampflok auf dem Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB).

(Foto: Matthias Bein/picture-alliance/ZB)

Es ist eines der größten Bauprojekte in der Geschichte einer relativ kleinen Eisenbahn: Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) errichten bis 2021 in Wernigerode eine neue Dampflokwerkstatt. Die sei gleich "in mehrerlei Hinsicht ein Gewinn", findet Wernigerodes OB Peter Gaffert. Denn die Traditionsfirma, die auf eine gut 120 Jahre lange Geschichte zurückblickt, kann somit ihre Dampfloks in der eigenen Werkstatt untersuchen und warten. "Das macht uns unabhängiger und spart Kosten", sagt der Oberbürgermeister, der auch dem Aufsichtsrat der HSB vorsteht. Zugleich sollen Touristen und Bahnenthusiasten künftig die Arbeiten von einer gläsernen Galerie aus verfolgen können. Gaffert glaubt: "Das macht die HSB noch attraktiver."

Tatsächlich zählen die 25 Dampfloks auf dem 140 Kilometer langen Streckennetz südlich von Wernigerode zu den Hauptattraktionen des Harzes; Bahnfans aus aller Welt kommen, um die Loks der Baujahre 1897 bis 1956 zu bestaunen. Ein Großteil wird nicht nur vor Sonderzüge gespannt, vielmehr sind sie auch im täglichen Nahverkehr im Einsatz. Pro Jahr absolvieren die Dampfloks nach Firmenangaben mehr als 350 000 Kilometer.

A steam train of the Harzer Schmalspurbahn makes its way towards the Brocken mountain

140 Kilometer lang ist das Netz der Harzer Schmalspurbahnen.

(Foto: Fabian Bimmer/Reuters)

Doch der Dampfbetrieb ist aufwendig: Spätestens alle acht Jahre müssen die stählernen Riesen zur "schweren Instandhaltung". Dabei werden sie umfassend untersucht und in ihre über 4000 Einzelteile zerlegt. Um dabei unabhängiger zu werden, schafft das kommunale Bahnunternehmen nun zusätzliche Werkstattkapazitäten. Die bestehende Fahrzeugwerkstatt (Baujahr: 1926) konnte mangels Platz nicht erweitert werden, deshalb entsteht nun für etwas mehr als zehn Millionen Euro die neue Halle. Fertig sein soll die im Frühjahr 2021, nach einer etwa einjährigen Anlaufphase sollen dann von 2022 an die ersten Dampfloks vollständig auseinandergebaut und untersucht werden.

© SZ vom 15.02.2020
Zur SZ-Startseite