Verkehrsrecht:Der alte Lappen muss weg

Lesezeit: 2 min

Führerscheine verschiedener Generationen

Drei Führerscheine verschiedener Generationen.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Wer in den nächsten Tagen seinen Führerschein gegen das EU-konforme Plastikkärtchen tauschen muss.

Von Marco Völklein

Autofahrerinnen und Autofahrer, die noch mit einem sprichwörtlich "alten Lappen" unterwegs sind, sollten nicht die Frist zum Tausch in einen fälschungssicheren Scheckkarten-Führerschein verpassen. Darauf weist der ADAC hin. Aktuell sind nach Angaben des Automobilklubs allerdings nur Menschen der Geburtenjahrgänge 1953 bis 1958 betroffen. Sie haben eigentlich nur noch wenige Tage, nämlich bis zum 19. Januar 2022, Zeit für den Umtausch ihres alten Führerscheins in das neue, fälschungssichere Dokument.

Da es wegen der Corona-Pandemie aber mitunter zu langen Wartezeiten bei der Bearbeitung in den Führerscheinstellen der Kommunen kommt, haben die Verkehrsminister bei ihrer Tagung kurz vor Weihnachten nach Angaben des Automobilklubs AvD beschlossen, bis zum 19. Juli 2022 vorerst keine Bußgelder zu verhängen. Autofahrer, die vom 20. Januar an noch mit ihrem alten Führerschein unterwegs sind, hätten ansonsten mit einem Verwarngeld von zehn Euro belangt werden können. Für Berufskraftfahrer gelten zudem andere und härtere Sanktionen - darauf weist der AvD hin.

Hintergrund des Ganzen ist eine Regelung der EU. Danach sollen alle Autofahrerinnen und Autofahrer in Europa von Mitte Januar 2033 an mit einem einheitlichen und fälschungssicheren Führerschein ausgestattet sein. Um Missbrauch vorzubeugen, ist zusätzlich ein europaweit vernetztes digitales Informationssystem beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) installiert, in dem alle relevanten Führerscheindaten hinterlegt sind.

Kritik vom Automobilklub

Daher sind auch deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umtausch gezwungen - dies geschieht allerdings nach und nach. Betroffen sind zudem nur Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Umgetauscht werden müssen also die alten grau- oder rosafarbenen Papierexemplare sowie die zwischen 1999 und 2013 ausgegebenen Führerscheine im Scheckkarten-Format.

Um allerdings den Ansturm auf die Führerscheinstellen abzufedern, wurde eine Fristenregelung getroffen. Zuerst sind nun also die Jahrgänge 1953 bis 1958 dran - sie müssen ihre alten Führerscheine bis spätestens 19. Januar 2022 umgetauscht haben. Aber nur dann, sofern ihr Dokument vor dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde. Es folgen anschließend die Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964: Für sie gilt der 19. Januar 2023 als Stichtag für den Dokumententausch. Für alle anderen Jahrgänge beziehungsweise alle Dokumente, die zwischen 1. Januar 1999 und dem 18. Januar 2013 ausgestellt wurden, gelten noch spätere Stichtage. Beantragen muss man den Umtausch bei der für den Wohnort zuständigen Führerscheinstelle. Die Kosten liegen laut AvD zwischen 25 und 37 Euro. Die Laufzeit des neuen Dokuments ist auf 15 Jahre begrenzt und muss - analog zum Personalausweis - anschließend erneuert werden.

Der AvD kritisiert den bürokratischen Aufwand, der mit dem Zwangsumtausch verbunden ist. "Der Inhaber eines bislang unbefristeten Führerscheindokuments muss sich persönlich zur Führerscheinstelle bemühen, den Umtausch beantragen, die erforderlichen Nachweise beibringen und wird zusätzlich auch noch mit Kosten belastet", erklärt der Klub.

Zur SZ-Startseite
Hohe Nachfrage nach Umtausch von Führerscheinen

SZ PlusRegelungen 2022
:Das ändert sich für Autofahrer

Führerscheine laufen ab, die CO₂-Abgabe steigt und die Förderrichtlinien für Plug-in Hybride werden härter - Pkw-Besitzer müssen zum Jahreswechsel ganz genau hinschauen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB