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Fiat und Chrysler:Was vom Ami übrig bleibt

Ob Liebeshochzeit oder Zwangsehe: Chryslers Zukunft wird von Fiat bestimmt. Die Italiener nähern sich dem US-Markt allerdings sehr vorsichtig - aus gutem Grund.

Im kommenden Jahr müssen sich Amerikaner an einen seltsamen Anblick gewöhnen: Tausende kleiner Knutschkugeln werden zwischen dicken Limousinen und Geländewagen herumwuseln. Der Fiat 500 nämlich macht den Sprung über den großen Teich. In den Metropolen will Fiat-Chef Sergio Marchionne als neuer Hausherr bei Chrysler eine Nordamerika-Version des Cinquecento neben Jeep und Co. in den Showrooms parken.

Tritt demnächst in Amerika an: Fiat 500

(Foto: Foto: Pressinform)

Er könnte damit Erfolg haben: "Für den Fiat 500 bin ich in den USA optimistisch. Ich denke, er wird sich besser verkaufen als der Smart. In der Summe gehe ich von 60.000 Verkäufen aus. Bei den anderen Fiat-Modellen wäre ich deutlich vorsichtiger", meint Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Betriebs- und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Denn selbst wenn der Cinquecento seine Fans findet, ist er bestenfalls das Sahnehäubchen einer gewaltigen Umstrukturierung.

Wie Fiat den maroden Autobauer generalüberholen will, zeigt eine von Chrysler veröffentlichte Präsentation. Die Produktionskosten sollen radikal gekürzt und die Zahl der Plattformen von elf im Jahr 2010 auf sieben im Jahr 2014 reduziert werden. Auf jeder Plattform sollen aber statt wie bisher durchschnittlich 125.000 Autos zukünftig mehr als 300.000 Autos vom Band laufen.

Bei Jeep haben nur der Wrangler und der Grand Cherokee langfristig eine Überlebenschance. Alle anderen Modelle laufen gemäß dem vorgestellten Produktentwicklungs-Plan bis 2012 aus oder werden durch neue Modelle auf Fiat-Plattformen ersetzt. Gleichzeitig wird Chrysler von Fiats Motorentechnik profitieren und damit seinen Flottenverbrauch erheblich reduzieren. So soll etwa Fiats neue Multiair-Technik in den USA eingeführt werden. Ein Jeep mit Dieselmotor und Start-Stopp-Automatik kommt in den Chrysler-Plänen ebenso vor wie eine Hybridversion des beliebten Pick-ups Dodge Ram.

Fiat und Chrysler

Was vom Ami übrig bleibt