Containerschifffahrt Reedereien setzen auf Gemächlichkeit

Schiffe, die nicht schaukeln

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Auch andere große Reedereien setzen auf Gemächlichkeit, etwa Hamburg Süd oder Hapag Lloyd. Und auch andere Motorenhersteller, etwa MAN, bieten Slow-Steaming-Umrüstsätze an. Ursprünglich war Slow-Steaming eine Reaktion auf die sinkenden Frachtraten, bedingt durch die Wirtschaftskrise. Die Reeder hatten mit Einnahmeeinbußen zu kämpfen, Schiffe wurden stillgelegt.

Inzwischen ist Slow-Steaming fast schon Standard. Die Reeder wissen: Mehr Schiffe, die langsamer fahren, bewältigen dieselbe Frachtmenge - mit geringeren Kosten. Deshalb werden Schiffe, die heute gebaut werden, von Anfang an auf langsame Fahrt getrimmt.

"Während im letzten Jahr noch große Containerschiffe mit hohen Geschwindigkeiten von 24 bis 25 Knoten bestellt wurden, hat sich das 2011 stark geändert. Die Konstruktions-Geschwindigkeiten betragen etwa 21 bis 23 Knoten, die erwarteten, meist gefahrenen Geschwindigkeiten um die 17 bis 19 Knoten. Flexibilität ist enorm wichtig", sagt Andreas Wiesmann.

Langsam fahrende Schiffe sehen anders aus: "Der Rumpf ist kürzer und breiter. Dadurch muss weniger gewichtsausgleichendes Ballastwasser mitgeführt werden und die Ladekapazität erhöht sich", sagt Fridtjof Rohde vom Schiffsoptimierer Future Ship. Da die Motoren langsamer drehen, wächst der Propellerdurchmesser und auch die Form der Bugwulst wird optimiert.

Um die richtigen Dimensionen für Rumpf, Bugwulst und Propeller zu ermitteln, rechnen die Konstrukteure bis zu 20000 verschiedene Entwürfe. Natürlich sind in solchen Entwürfen auch die Hauptmaschinen und die Nebenaggregate, etwa zum Kühlen der Motoren, zum Heizen des Treibstoffs oder zum Erzeugen des Bordstroms, kleiner. Der Aufwand lohnt: Im Vergleich zu einem heute fahrenden Frachter verbraucht ein modernes Schiff bis zu 60Prozent weniger Treibstoff.

Ein zweites Leben

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