BMW X6 M:Fabelzeiten auf dem Nürburgring

Das Ergebnis kann sich nicht nur subjektiv erfahren lassen. "Auf der Nordschleife des Nürburgrings fahren wir mit dem X6 M Zeiten, wie mit der vorherigen Generation unseres M3", erzählt Motorenentwickler Claus-Otto Griebel nicht ohne Stolz. Der rennerprobte M3 benötigte für einen Umlauf auf dem Eifelgeschlängel kaum mehr als acht Minuten. Das mit einem Schlachtross wie einem X6 in den Asphalt zu zaubern, grenzt an fast schon an Übersinnliches.

Noch zahmer als außen zeigt sich der BMW X6 M trotz aller Vitaminspritzen im Innenraum. Wer eng anliegende Sportstühle erwartete, sieht sich getäuscht. Das handschuhweiche Leder ist über Seriensitze gezogen, die etwas mehr Seitenhalt und eine ausziehbare Oberschenkelauflage haben. Doch etwas konturschärfer dürfte es bei einem solchen Boliden durchaus sein.

Überhaupt zeigt sich das gesamte Interieur betont zurückhaltend. Keine übermäßige Verwendung von M-Logos, sondern allein die dünnen Karbonlederverkleidungen an Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türen verraten die vor Kraft strotzenden Gene. Hier bleibt noch Raum für erweiterte Individualisierungen. "Wir haben derzeit keinen echten Konkurrenten", gibt sich M-GmbH-Chef Dr. Kay Segeler gegenüber Porsche Cayenne, Range Rover Supercharged, Jeep Grand Cherokee SRT-8 und Mercedes ML 63 AMG selbstbewusst, "so etwas wie wir mit dem X6 M bietet derzeit kein anderer."

Die 1999er-Studie des BMW X5 Le Mans leistete atemberaubende 750 PS. Die spät folgenden M-Versionen von X5 M und X6 M stehen dahinter kaum zurück. Einsteigen, anschnallen, starten und flugs die Spaßtaste mit dem "M" gedrückt: Der tonnenschwere Koloss ballert los, dass einem Hören und Sehen vergeht. Die Analogzahlen im Tachometer fliegen vorbei wie bei einem Raketenstart: Das auf Knopfdruck angewählte M-Sportprogramm gibt besonders spitze Kennwerte für Motor, Getriebe, Dämpfereinstellung und Regelsysteme frei. Wer es drauf anlegt, kann den X6 im Kurvenmekka richtig schwänzeln lassen. Das elektronische Hinterachsdifferenzial DPC sorgt dafür, dass fast schon Fahrspaß wie bei einem Hecktriebler aufkommt. Der variable Allradantrieb bringt dabei die nötige Sicherheit ins Auto.

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