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BMW X1:Einser mit Zusatzzahl

Der neue BMW X1 besticht durch seine Agilität, bei Federungskomfort und Innenausstattung besteht aber Nachholbedarf. Die erste Ausfahrt

Der neue BMW X1 schielt auf die Lücke zwischen Q5 und dem künftigen Audi Q3 sowie in die Nische zwischen Mercedes GLK und dem projektierten BLK. Das klingt nach kompaktem Sonderangebot, doch der Schein trügt. Immerhin kostet der günstigste X1 als sDrive 18d mit bedächtiger 143 PS starker Maschine, nur zwei angetriebenen Rädern, Schaltgetriebe und wenig opulenter Grundausstattung 29 550 Euro; Allrad verteuert die Sache um 2000 Euro.

Wir fuhren das vermutlich meistgeorderte Modell, den 34.400 Euro teuren xDrive 20d mit 130 kW (177 PS) - ein vergleichbarer 320d xDrive Touring steht mit 38.050 Euro in der Liste, für den Audi Q5 2.0 TDI sind wenigstens 38.800 Euro fällig, beim Mercedes GLK 220 CDI 4Matic geht nichts unter 40.341 Euro. Als Highlights der X1-Palette locken der 150 kW (204 PS) starke xDrive 23d für 38 800 Euro und der 41.500 Euro teure xDrive 28i; beide haben serienmäßig eine Sechs-Gang-Automatik, die eigentlich unverzichtbare Start-Stopp-Funktion kommt aber erst 2011 mit dem Wechsel zum Acht-Stufen-Getriebe.

Die X1-Technik stammt im Prinzip vom Einser, der genetisch ein kleiner Dreier ist. Doch die längere und höhere Karosserie fordert ihren Tribut: Der schwächste X1 wiegt als Hecktriebler mit 1545 Kilo satte 235 Kilo mehr als ein 318d, der stärkste X1 bringt als Sechszylinder mit Automatik und Allradantrieb sogar 1685 Kilo und damit fast so viel Gewicht auf die Waage wie ein X3. Trotzdem wirkt der Softroader keineswegs untermotorisiert.

Unser xDrive 20d beschleunigt als Automat in 8,6 Sekunden von null auf 100 km/h, ist 213 km/h schnell, konsumiert 6,2 Liter auf 100 Kilometer und emittiert 164 g/km CO2. Der Sechszylinder spielt ohnehin in einer eigenen Liga: von null auf 100 km/h in 6,8 Sekunden, Spitze 230 km/h, Verbrauch 9,4 Liter - damit ist das X1-Spitzenmodell deutlich flinker und sparsamer als vergleichbar motorisierte X3- und X5-Varianten. Was noch fehlt, ist ein großer Diesel - den will BMW aus Artenschutzgründen erst später einführen.