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Deutsche Bahn:Runter mit dem Kiosk vom Bahnsteig

Frankfurter Hauptbahnhof

Mehr Platz auf Bahnhöfen: Das fordern Fachleute, damit solche Szenen nicht mehr vorkommen.

(Foto: dpa)

Fachleute fordern mehr Platz auf den Bahnhöfen, damit die Fahrgäste komfortabler umsteigen können.

Auf großen Bahnhöfen in Deutschland muss es nach Einschätzung von Fachleuten künftig mehr Platz geben. Sonst werde es angesichts von immer mehr Fahrgästen dort zu eng, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dachverbands der Träger des regionalen Bahnverkehrs (BAG-SPNV), Frank Zerban.

Spätestens wenn der geplante "Deutschlandtakt" komme, bräuchten die Fahrgäste kurze und ausreichend dimensionierte Wege zum Umsteigen. Die Deutsche Bahn (DB) räumt Umbaubedarf ein. Man habe die Kapazitäten der Bahnhöfe aber schon länger im Blick, sagte ein Sprecher. An hoch belasteten Stationen sollten nach Ansicht Zerbans "als kurzfristige Maßnahmen Kioske und Automaten auf Bahnsteigen entfernt werden, die das Ein-, Aus- und Umsteigen behindern. Schon heute sind viele Bahnsteige eher zu schmal für die Menge an Fahrgästen". Außerdem: "Fahrgast-Informationen sollten nicht direkt am Ende von Treppen oder Rolltreppen installiert werden, weil sie sonst die Reisenden dort stauen."

Die Bundesregierung strebt bis 2030 eine Verdoppelung der Bahnfahrgäste an

Der Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonen-Nahverkehrs erinnerte daran, dass die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag bis 2030 doppelt so viele Bahnfahrgäste anstrebt wie zuletzt. Bereits von 2002 bis 2016 sei die Fahrgastzahl im Schienennahverkehr um 46 Prozent gestiegen. "Das ist ein Durchschnittswert. In den Ballungszentren war der Zuwachs noch größer", so Zerban.

Für stark genutzte Bahnhöfe sei "eine konkrete Analyse der Verkehrsströme" nötig: "Wo kommen die Fahrgäste an, wo wollen sie hin, wo kreuzen sich ihre Wege? Dabei darf es nicht bei einer Status-quo-Betrachtung bleiben, sondern es sollten künftige Änderungen wie der Deutschlandtakt einbezogen werden." Darunter wird ein Fahrplanmodell verstanden, bei dem die Züge an wichtigen Umsteigestationen gleichzeitig eintreffen und kurz darauf wieder abfahren. Lange Umsteigezeiten soll es nicht mehr geben. Als Zielmarke für die engere Verzahnung von Nah- und Fernverkehr hat der Bund das Jahr 2030 genannt.

"Der Deutschlandtakt wird schrittweise kommen, mit jedem Fahrplanwechsel wird es Verbesserungen geben", sagt Zerban. "Wenn die Knoten-Ausbaupläne realisiert sind - vor allem in Köln, Frankfurt und Hamburg -, wird es einen deutlichen Schub geben." Nach der Analyse sei zu prüfen, wo zusätzliche Zugänge gebraucht werden. "Die Planung muss rechtzeitig beginnen, weil solche Projekte Jahre in Anspruch nehmen."

Die Bahn sieht mehrere Wege, um die Stationen für mehr Fahrgäste zu rüsten. Bei Neubauten, etwa in Stuttgart, könne man größere Reisendenzahlen bereits einplanen, so der Sprecher. Gehe es um historische Gebäude wie den Hamburger Hauptbahnhof, versuche man zunächst, Freiräume für mehr Laufwege zu schaffen. Anbauten seien oft schwierig zu verwirklichen. Der Deutschlandtakt könne, wenn insgesamt mehr Züge unterwegs seien, zu einer besseren Verteilung der Fahrgastströme und geringerer Spitzenbelastung führen.

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