Mammut-Schnitzel und Säbelzahntiger-Gulasch? Eher nicht. Europäer aßen vor etwa 30.000 Jahren nicht so viel Fleisch wie gedacht. Offenbar nahmen sie vor allem pflanzliche Mahlzeiten zu sich.
Im Paläolithikum gab es Mammut-Kotelett. Dazu reichten grobschlächtige Höhlenmenschen Mammut-Schnitzel, gelegentlich etwas Säbelzahntiger-Gulasch oder das Fleisch anderer toter Tiere.
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Steinzeitmenschen haben zwar bestimmt Mammuts gejagt - aber ihre Diät bestand vor allem aus pflanzlicher Nahrung, vermuten italienische Wissenschaftler. (© dpa)
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So etwa lässt sich die Klischee-Vorstellung der steinzeitlichen Höhlen-Diät zusammenfassen.
Tatsächlich bereiteten die Menschen in Europa vor etwa 30.000 Jahren wesentlich mehr pflanzliche Mahlzeiten zu, als dies auch der Wissenschaft bekannt war.
Das schließen Archäologen um Anna Revedin vom Italienischen Institut für Vor- und Frühgeschichte in Florenz aus der Analyse von Steinmörsern (PNAS, online).
Die Forscher untersuchten die Oberfläche der Werkzeuge, die bei Grabungen in Italien, Russland und der Tschechischen Republik entdeckt worden waren.
Dabei fanden sie Spuren verschiedener Pflanzenwurzeln und -samen, die mit den Mörsern offenbar verarbeitet worden waren.
Revedin argumentiert, dass die Menschen des Paläolithikums in Europa sogar Mehl hergestellt und damit Mahlzeiten gekocht haben. Das Bild vom fleischfressenden Steinzeitmenschen müsse jedenfalls korrigiert werden, sagt Revedin.
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(SZ vom 20.10.2010/mcs)
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Paläolithikums einen Großteil ihrer Nahrung aus pflanzlichen Rohstoffen gewannen ist weder neu noch ein bersonders großes Geheimnis.
Heisst es nicht schon seit den Frühtagen der Forschung "Jäger und Sammler"?
Ziemlich merkwürdig finde ich, wie das Paläolithikum auf Mammutschnitzel und "Säbelzahntiger-Gulasch" reduziert wird, also eher auf die Eiszeiten. Der Speisplan von Naturvölkern hängt immer stark von den Umweltbedingungen ab, ist es warm und gibt es eine reiche Flora, dann wird der Speisezettel der Menschen eher vegetarisch sein, der von Steppen -und Tundrajägern dagegen mehr Fleisch beinhalten.
Das Paläolithikum begann vor etwas 2,5 Millionen Jahren, aus einigen Pflanzenresten an irgendwelchen Stösseln und Schabern nun einen Gesamtspeiseplan der Menschen während dieser Zeit zu konstruieren ist nicht Wissenschaft, sondern Mummenschanz, oder sehr schlampige Berichterstattung seitens der Medien
Im Artikel wird ja nicht gesagt, dass Steinzeitmenschen "vor allem" vegetarische Kost aßen, sondern "mehr als bisher gedacht".
Das ist wissenschaftlich schon ziemlich interessant, da es so möglich ist, dass auch Agrikultur bereits viel früher betrieben wurde, bzw. diese Menschen schon sehr genau wussten welche Pflanzen für sie genießbar sind, und welche nicht. Auch macht ein solcher Fund eine schon viel frühere Nutzung von Heilpflanzen wahrscheinlich.
So ein Fund zeigt, dass schon unsere frühesten Vorfahren alle ihnen zur Verfügung stehenden Nahrungsresourcen genutzt haben müssen.
Nicht zuletzt diese flexible "Allesfresse"-Qualität hat den Menschen doch dazu befähigt sich dermaßen vielen Umgebungen und Nahrungsangeboten weltweit anzupassen und sich so zu verbreiten.
Der SZ Artikel mag den wissenschaftlichen Artikel auf nicht ganz einleuchtende Weise zusammenfassen. Wenn das aber in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht worden ist, dann haben mindestens zwei unabhängige Experten den Originalartikel begutachtet, eventuell wurde er überarbeitet, und schliesslich von einem Editor für in Ordnung befunden.
man aus einem Mülleimer um die Ecke bei McDonalds ableiten wollte die Menschen essen vor allem BigMac und Konsorten.
... dürften nicht so doof gewesen sein Fleisch im Mörser zu zerstampfen (außer sie wollten vielleicht paläolithische Weiswürsteln machen). Ist doch logisch, daß in so Resten an einem Mörser vor allem pflanzliche Reste zu finden sind, die verarbeitet man ja auch in so einem Gerät. Fleisch eher weniger. Betrachtet man die Knochenfunde an frühzeitlichen Lagerstätten, so kann man schon ableiten, daß der Frühmensch auch soviel Fleisch aß wie möglich, wenn er eins erjagen konnte.
Der Schluß aus den Spuren im Mörser ist einfach falsch gezogen, oder der Artikel in der SZ ist verkürzt oder unrichtig wiedergegeben.
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