Täglich verschwinden Tierarten ein für allemal von dieser Erde. Wie viele, ist unklar. Unscheinbare Kreaturen sind besonders gefährdet, Kuschelarten wie Panda oder Tiger haben eher eine Überlebenschance.
Es müsste einen alarmieren, was da gerade auf der Artenschutzkonferenz in Japan an Warnungen formuliert wird. Täglich verschwinden Tierarten ein für allemal von dieser Erde, so viel ist bekannt. Nur ob es 100 oder 1000 sind, die jährlich sterben, kann man nicht genau sagen. Sicher ist nur, dass sich die Menschen zu wenig um bedrohte Tiere und Pflanzen kümmern. Die Fallschirm-Spinne oder das Spitzmaulnashorn haben eben keine besonders starke Lobby. Dabei hängt alles mit allem zusammen. Neue Ziele müssen also her.
Bild vergrößern
Ein Kalifornischer Tiger-Querzahnmolch nahe Brentwood, Kalifornien. Die Art ist bedroht, was Landbesitzer in der Nähe seines Lebensraumes beim Errichten neuer Gebäude berücksichtigen müssen. (© AP)
Anzeige
Wie misst man den Erfolg einer Konferenz, bei der fast 8000 Teilnehmer zwei Wochen lang gute Ideen und Vorsätze austauschen? Zum Beispiel, indem man Frösche, Kröten, Unken und Salamander zählt. Denn das Verschwinden der Amphibien bereitet Artenschützern derzeit die größten Sorgen.
Knapp ein Drittel der 6000 Amphibienarten bezeichnet die Weltnaturschutzorganisation IUCN inzwischen als bedroht - vor sieben Jahren noch standen die Lurche eher am unteren Ende der Rangliste der bedrohten Tiere.
Nun fügen sie sich erschreckend harmonisch ein in die übrigen Ergebnisse der jüngsten Arten-Inventur: Unter den Wirbellosen, zu denen Insekten, Schnecken, Würmer und Krebstiere gehören, gilt ebenfalls knapp ein Drittel aller Arten als bedroht, unter den Säugetieren ist es gut ein Viertel.
Vergleichsweise gut geht es den Vögeln, hier ordnet die IUCN zwölf Prozent aller Arten als gefährdet ein. Am anderen Ende der Skala stehen die Pflanzenarten, von denen mehr als zwei Drittel bedroht sind; bei den Pilzen ist es die Hälfte. Insgesamt hat die IUCN die Vorkommen von gut 50.000 Tier- und Pflanzenarten untersucht - und 17.000 von ihnen als gefährdet eingestuft. Sie alle leiden unter dem Klimawandel, der Zerstückelung ihres Lebensraumes, aber auch unter Wilderei und illegalem Handel.
"Bei Käfern wird es schwierig"
Kein Mensch jedoch weiß, wie es um die mehr als 1,6 Millionen weiteren Arten steht, die Wissenschaftler zwar kennen, von denen sie aber zu wenige Daten haben, um sie in eine Gefährdungskategorie einordnen zu können. Dazu müssten die Fachleute unter anderem wissen, um wie viele Individuen eine Art pro Generation schrumpft.
Bei großen Säugern wie etwa Elefanten, die in offenem Gelände leben, lässt sich das noch recht einfach ermitteln: Forscher zählen die Tiere vom Flugzeug aus, sammeln Kotproben oder suchen Fußspuren. Manche Insekten lassen sich anhand ihrer Nester zählen - "aber bei Käfern zum Beispiel wird es ganz schwierig", sagt Volker Homes, Artenschutzexperte des World Wide Fund For Nature (WWF).
Entsprechend skeptisch betrachtet er jene Schätzungen, denen zufolge pro Tag drei Arten aussterben - manchmal ist auch von 30 oder gar 130 die Rede. "Ich habe keine Ahnung, woher diese Zahlen stammen", sagt der Fachmann. Als gesichert gilt lediglich, dass der Mensch das Artensterben erheblich beschleunigt.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Artenvielfalt RSS
- Der Wert des Artenschutzes Milliarden-Dollar-Bienen 21.10.2010
- Artenschutzkonferenz "Die Umwelt ist auch Lebensquell" 21.10.2010
- Artenschutz und Wirtschaft Wurzeln der Ausbeutung 21.10.2010
- UN-Artenschutzkonferenz Das Fell des Bären gerecht verteilen 18.10.2010
- Überfischung der Meere Animiert zum Umweltschutz 24.10.2011
- Umweltschutz als Kunst Überfischung der Meere 20.10.2011
- Klimawandel Warum der Eisbär schrumpft 17.10.2011
Großprojekte in Berlin
Na und? Es ist ein kommen und gehen hier auf dem Planeten und irgendwann geht auch der Mensch. Kein Hahn wird nach ihm krähen.