Rekordsommer und Klimawandel Heiß wird's

Hitze in München

(Foto: Robert Haas)

Die Hitze dieser Tage ist zwar noch kein Beweis für den Klimawandel - aber gutes Anschauungsmaterial für seine Folgen.

Kommentar von Patrick Illinger

Der Klimawandel ist keine leicht zu begreifende Sache, auch wenn er in Teilen Deutschlands dieser Tage unmittelbar greifbar zu sein scheint. Mehr als 35 Grad im Schatten zwischen Freiburg und Coburg sind noch kein Beweis für die globalen Vorgänge, die mit einer erhöhten Kohlendioxid-Konzentration in der Luft einhergehen. Einen Sommer wie diesen hätte es - rein statistisch - auch vor der industriellen Revolution samt all ihrer Abgase geben können.

Der Unterschied ist: Damals wäre er eine Ausnahme gewesen. Und in Zukunft werden Wetterlagen, wie sie derzeit herrschen, zur Normalität. Insofern sind der Sommer 2015 und das Hoch über Mitteleuropa kein Beweis für den Klimawandel. Wohl aber Anschauungsmaterial.

Wissenschaftlich ausgedrückt, klingt die globale Erwärmung oft wie eine Petitesse: Um weniger als ein Grad hat sich die Erdatmosphäre in den vergangenen 100 Jahren durchschnittlich erwärmt. Doch muss man sich klarmachen, dass dieser Trend bereits massive Veränderungen auslöst - und sich in jüngster Zeit beschleunigt. Rekordmeldungen wie jene, dass die vergangenen zwölf Monate weltweit die wärmsten je gemessenen waren, müssten die Industrienationen aufrütteln. Stattdessen wird bei der nächsten, der 21. Klimakonferenz im November erneut um faule Kompromisse gerungen werden. Vielleicht wäre es ja hilfreich, diese Treffen im Juli abzuhalten.

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