Pizza-Forschung Der perfekte Käse

Wie sieht der perfekte Käse für die Pizza aus?

(Foto: pizza 002 / flickr / cc-by-2.0)

Emmentaler, Cheddar oder doch Mozzarella? Forscher wollen den idealen Pizzakäse finden. Der Geschmack spielt für sie dabei aber keine Rolle.

Von Andreas Wenleder

Auf eine italienische Pizza kommt eigentlich nur ein Käse: Mozzarella. Aber ist der Klassiker auch wirklich am besten? Forscher aus Neuseeland und China haben sich auf die Suche nach dem perfekten Pizzakäse gemacht und ihre Ergebnisse im Fachmagazin Journal of Food Science veröffentlicht. Sieben Sorten untersuchte die Gruppe, darunter natürlich Mozzarella, aber auch Cheddar, Edamer, Emmentaler oder Gruyère. Mit dem Ergebnis werden Pizza-Puristen nicht einverstanden sein: Eine Mischung aus verschiedenen Sorten könnte deren Vorteile vereinen.

Die Forscher untersuchten die Käsesorten mit verschieden Testverfahren: Sie erhitzten den Käse, bestimmten den jeweiligen Schmelzpunkt, zogen den warmen Käse mit Messgeräten auseinander, um die Elastizität zu prüfen und machten mit jeder Sorte Pizzen. Diese fotografierten sie, damit ein Computer die Farbe und Gleichmäßigkeit der Bräunung analysieren konnte. Außerdem untersuchten die Forscher den Wasseranteil des Käses und das Austreten von Ölen beim Backen. Nach fünf Minuten bei 232 Grad Celsius ermittelte der Computer für den französischen Provolone einen leichten Orangeton, während der Emmentaler etwas ins gelbliche abdriftete. Cheddar zeigte dagegen die stärkste Orangefärbung. Besonders fiel die ungleiche Bräunung des Mozzarellas auf. Hier bildeten sich viele dunkle Stellen. Edamer und Gruyère bräunten dagegen weniger stark, wodurch eine gleichmäßigere Farbe entstand.

Geschmack spielte bei der Studie keine Rolle

Die dunklen Stellen des Mozzarellas kommen von einer verstärkten Blasenbildung beim Backen, schreiben die Forscher. Andere Käsesorten wie Edamer oder Cheddar bilden keine Blasen. Sie sind weniger elastisch als Mozzarella. Dampf aus dem Pizzaboden bricht einfach durch den Käsebelag. Sorten wie Gruyère oder Provolone blähen sich dagegen auf. Diese Blasen überzieht aber eine leichte Ölschicht, die der Käse beim Schmelzen freisetzt. Das Öl schützt den Käse vor Austrocknung, so wird dieser weniger schnell braun. Dem Mozzarella fehlt der schützende Ölfilm. Er gibt seine Feuchtigkeit schneller ab, wird trocken und dadurch schnell braun. Das Forscherteam schlägt deshalb vor, Mozzarella mit Gruyère oder Provolone-Käse zu mischen. So könne die Elastizität und Blasenbildung des Mozzarella mit dem schützenden Ölfilm der beiden anderen Käsesorten verbunden werden.

Das Verhalten des Käses im Zusammenspiel mit Soße und weiteren Zutaten hat die Forschergruppe bisher noch nicht untersucht. Außerdem fehlt der wohl entscheidendste Faktor für eine perfekte Pizza: Der Geschmack spielt in der Studie keine Rolle. Die Forscher konzentrieren sich auf das Aussehen in ihrer Arbeit, die hauptsächlich der Lebensmittelindustrie dienen wird, wie ein Blick auf die Sponsoren zeigt. Neben der Universität Auckland finanzierte das Unternehmen Fonterra die Studie, Neuseelands größter Exporteur für Käse und andere Milchprodukte.