Die Gewinnung von Öl aus Ölsanden ist nicht nur aufwendig. Sie verursacht auch erhebliche Umweltschäden, wie Wissenschaftler von der University of Alberta jetzt belegen.
Der Sand entlang des kanadischen Flusses Athabasca in der Provinz Alberta ist kostbar, denn er birgt Öl. Dessen Förderung jedoch ist aufwendig - um ein Barrel Erdöl (159 Liter) zu erhalten, müssen im Schnitt zwei Tonnen der ölhaltigen Sande gefördert werden.
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Um ein Barrel Erdöl (159 Liter) zu gewinnen, müssen im Schnitt zwei Tonnen ölhaltiger Sand gefördert werden. (© esa)
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Damit einher gehen erhebliche Umweltschäden, mahnen Naturschützer seit langem. Dafür legen nun Umweltwissenschaftler um David Schindler von der University of Alberta neue Belege vor: Flussabwärts wiesen sie im Flusswasser und im Schnee noch 50 Kilometer von den Förderstätten entfernt erhöhte Konzentrationen an Schwermetallen, aromatischen Kohlenwasserstoffen und anderen Schadstoffen nach (PNAS, online).
Aus dem räumlichen und jahreszeitlichen Verteilungsmuster der Gifte folgern die Autoren, dass die schädlichen Substanzen durch die Ölförderung freigesetzt wurden.
Regierung und Industrie hingegen behaupten, die Gifte würden durch die natürliche Erosion des Bodens in den Fluss gespült werden. Dagegen spricht, so Schindler, dass die Konzentration einiger Schadstoffe an denjenigen Stellen, die kaum von der Förderung betroffen sind, im Winter am höchsten war.
Wäre natürliche Erosion die Ursache, würden sich die Gifte überall am stärksten im Sommer sammeln. Anwohner der Region vermuten, dass die Häufung einiger Krankheiten ebenfalls auf die Förderung der Ölsande zurückgeht. Aromatische Kohlenwasserstoffe etwa gelten als krebserregend.
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(SZ vom 31.08.2010/mcs)
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