Müttersterblichkeit Schwangerschaft als tödliches Risiko

Ausgerechnet in den Industrieländern USA, Kanada und Dänemark ist die Müttersterblichkeit gestiegen. Dabei ist die Zahl weltweit um 35 Prozent gesunken.

Während die Müttersterblichkeit in vielen Entwicklungsländern zurückgeht, ist sie in den Industrieländern USA, Kanada und Dänemark überraschend gestiegen. Das melden Wissenschaftler von der Universität von Washington in Seattle.

Vor allem in den USA ist die Zahl der Frauen, die aufgrund einer Schwangerschaft oder bei der Geburt ums Leben kommen, im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2008 enorm gewachsen, schreiben die Wissenschaftler in Fachzeitschrift The Lancet.

Die Müttersterblichkeitsrate, die die Zahl der Todesfälle unter 100.000 Geburten bezeichnet, sei in den USA von zwölf auf 17 gestiegen. So starben im Jahr 2008 rund 42 Prozent mehr Frauen durch die Schwangerschaft als 1990.

Ein Grund für die gestiegene Sterblichkeitsrate könnten neue Messmethoden sein. Dies allein könne aber nicht den gesamten Anstieg erklären.

Müttersterblichkeit insgesamt um 35 Prozent gesunken

Insgesamt sei die Müttersterblichkeit in den meisten Ländern jedoch zurückgegangen, berichten die Wissenschaftler um Christopher Murray weiter. Vor allem China, Ägypten, Ecuador und Bolivien hätten große Fortschritte gemacht.

Auch im weltweiten Durchschnitt habe die Zahl der Todesfälle abgenommen: Während 1980 noch eine halbe Million Frauen jährlich bei der Geburt starben, waren es 2008 mit 343.000 rund 35 Prozent weniger.

Italien hat mit einer Rate von vier den niedrigsten Wert weltweit. Deutschland lag bei der Untersuchung im durchschnittlichen Bereich für westliche Länder hier sterben rund sieben von 100.000 Frauen.

Besonders hoch ist das Risiko für werdende Mütter in Indien, Nigeria, Pakistan und anderen Schwellen- und Entwicklungsländern.

Häufig spielt dabei der Aids-Erreger eine Rolle. Für die Studie wurden Daten aus 181 Ländern ausgewertet.