Krebs und Keime Darmkrebs durch Mikroben?

Gleich zwei Forschergruppen haben festgestellt, dass Bakterien der Gattung Fusobacterium besonders häufig in Darmtumoren vorkommen. Möglicherweise rufen die Keime Krebs hervor - oder begünstigen seine Entstehung.

Von Katrin Blawat

Bakterien der Gattung Fusobacterium kommen in Darmtumoren häufiger vor als in gesundem Darmgewebe.

Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass bakterielle Infektionen möglicherweise Darmkrebs hervorrufen oder zumindest begünstigen können, wie zwei Forscherteams in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Genome Research schreiben (online).

Sowohl eine Gruppe um Matthew Meyerson vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston als auch ein Team um Robert Holt von der University of British Columbia fahndeten unabhängig voneinander und mit verschiedenen Methoden jeweils in gesundem und von Tumoren befallenem Darmgewebe nach Spuren der bakteriellen Erbsubstanz.

Beide Gruppen fanden im Tumorgewebe höhere Konzentrationen. Andere Mikroben, die zur gesunden Darmflora gehören, kamen in einigen Tumorproben hingegen seltener vor als in gesundem Gewebe.

Von Fusobakterien ist bekannt, dass sie Infektionen vor allem im Mund hervorrufen können, möglicherweise aber auch bei chronischen Darmentzündungen eine Rolle spielen. Diese wiederum sind ein Risikofaktor für Darmkrebs.

Dennoch lieferten ihre Studien keinen Beleg dafür, dass die Bakterien für die Tumorentstehung verantwortlich seien, betonen die Forscher.

So ist unter anderem noch unklar, ob die höhere Konzentration an Fusobacterium die Ursache oder vielmehr die Folge einer Krebserkrankung ist. Von einigen anderen Mikroben ist bekannt, dass sie Krebs verursachen können.

Das Bakterium Helicobacter pylori zum Beispiel kann zu Magenkrebs führen.