Klimawandel 2015 wird das heißeste Jahr

Während einer Hitzewelle im Mai schmilzt der Fahrbahnbelag in der indischen Hauptstadt Delhi.

(Foto: dpa)

Klimaforscher messen die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen, sagt die Weltorganisation für Meteorologie.

Das Jahr 2015 wird nach Experteneinschätzung das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur werde wohl erstmals ein Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts liegen, teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf mit.

Dass 2015 ein Rekordjahr wird, zeichnete sich bereits ab. Seit dem Mai waren alle Monate dieses Jahres wärmer als ihre Vorgänger. Das Gleiche gilt für Februar und März. Die mittleren Temperaturen lagen im Oktober nach Daten der amerikanischen Behörde für Ozeane und Atmosphäre (NOAA) bei 15 Grad Celsius. Das ist fast ein Grad mehr als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts.

Die Delegationen, die sich auf die Reise zum demnächst stattfindenden Klimagipfel in Paris vorbereiten, dürften den Bericht der Weltorganisation für Meteorologie aufmerksam verfolgen. Denn die Wärme bestätigt vielen Forschern, dass der von der Menschheit ausgelöste Klimawandel ungebremst voranschreitet.

Weltweit wurden extreme Wetterphänomene beobachtet

Außer den vom Menschen verursachten Klimawandel nannte die WMO auch El Niño als Grund für die Rekordwerte. Durch das Klimaphänomen gibt der Ozean viel gespeicherte Wärme wieder ab. "Das sind schlechte Neuigkeiten für den Planeten", sagte WMO-Generaldirektor Michel Jarraud.

Der Zeitraum 2011 bis 2015 sei zudem die heißeste Fünfjahresphase seit Beginn der Messungen gewesen, sagen die Forscher. Das Klima in diesem Jahr werde aus verschiedenen Gründen Geschichte schreiben, sagte Jarraud. Auch die Konzentration der Treibhausgase erreiche neue Rekorde.

Weltweit seien extreme Wetter-Phänomene beobachtet worden. Dazu gehörten die schweren Regenfälle in Teilen Südamerikas, in Nordafrika und in China. In China seien zwischen Mai und Oktober 35 Mal schwere Regenfälle niedergegangen, 75 Millionen Menschen seien von den Fluten betroffen gewesen.

"Der Ausstoß von Treibhausgasen, die das Klima verändern, kann kontrolliert werden. Wir haben das Wissen und die Instrumente", meinte Jarraud vor dem Klimagipfel in Paris.