Klimawandel Die leisen Klimakiller

Neben dem klimaschädlichen Treibhausgas Kohlendioxid hinterlassen Flugzeuge in der Atmosphäre eine weitere, noch schädlichere Komponente in der Luft: Kondensstreifen.

Weltweit sind permanent Tausende Flugzeuge unterwegs, und sie verbrennen Tausende Tonnen Kerosin.

Dass dies dem Klimaschutz nicht förderlich ist, wird niemanden überraschen. Verblüffend ist jedoch eine neue Erkenntnis des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR): Neben dem vielen CO2, das Flugzeuge als klimaschädliches Treibhausgas in die Atmosphäre blasen, hinterlassen sie in der Luft eine weitere, äußerst klimaschädliche Komponente: Kondensstreifen. Diese treiben die globale Erwärmung sogar stärker voran als das Kohlendioxid aus den Jet-Turbinen.

Weil Kondensstreifen weiß sind und daher Licht und Wärmestrahlen gut reflektieren, vermuten Forscher seit langem, dass sie von der Erde abgestrahlte Wärme zurück auf den Boden werfen. Wie stark der Treibhaus-Effekt der Kondensstreifen ist, war bis jetzt unklar. Detaillierte Messungen und Berechnungen des DLR zeigen nun: Die langen weißen Wolken hinter Flugzeugen sind die klimaschädlichste Komponente der gesamten zivilen Luftfahrt.

Eine Rolle spielt dabei, dass Kondensstreifen hartnäckig sein können. Je nach Wetterlage verwandeln sie sich in Zirruswolken und verbleiben lange Zeit am Himmel. Die Forscher schlagen daher vor, den Rußausstoß von Flugzeugmotoren zu senken. Die Dreckpartikel wirken als Kondensationskeime für Wasserdampf, der die Streifen formt.