Grüne Gentechnik Superäpfel sollen ewig frisch bleiben

Äpfel der Sorte "Golden Delicious" sollen gentechnisch verändert werden, um eine bräunliche Verfärbung zu verhindern

(Foto: dpa)

Amerikanische Obstesser plagt künftig ein Igitt-Faktor weniger: Die US-Behörden haben zwei genetisch veränderte Apfelsorten zugelassen, die niemals braun werden. Angeblich sind die Früchte harmlos für die Umwelt.

Von Kathrin Zinkant

Jeder Freund klassischer Obstsorten kennt das: Kaum hat man sich einen Apfel geschält und ihn klein geschnitten, verfärbt sich das helle Fleisch der Frucht auch schon braun. "Das macht nichts", klärte einst Oma ihre irritierten Enkel auf - und hatte recht. Wer sich trotzdem nicht damit abfinden mochte, konnte seine Apfelschnitze mit Zitronensaft beträufeln.

In den Vereinigten Staaten müssen Liebhaber des Apfels künftig nun weder Gleichmut noch Zitrone für solche natürlichen Verfärbungen aufbringen: Am vergangenen Freitag hat die Landwirtschaftsbehörde der USA zwei gentechnisch veränderte Apfelsorten zugelassen, die jeder Verarbeitung gegenüber optisch gleichgültig bleiben. Dem Obst fehlt jenes Enzym-Eiweiß, das nach Verletzungen des Fruchtfleischs rasch zu der bräunenden Oxidation von Pflanzenstoffen auf den Schnittflächen führt. Selbst geraspelte Äpfel sollen ihre frische, weiße bis hellgelbe Farbe behalten. "Unsere Äpfel haben alles, was sie an Äpfeln lieben - bis auf den ,Igitt-Faktor'", wirbt der kanadische Herstellers Okanagan Specialty Fruits für das Superobst.

Bis der angebliche Igitt-Faktor für die Kunden wirklich Geschichte ist, dauert es allerdings noch ein bisschen, denn die nötigen Apfelbäumchen müssen erst noch gepflanzt werden. Ab voraussichtlich 2016 wird es dann zunächst zwei Sorten geben, die den Verbrauchern in der bräunenden Variante bereits seit Jahrzehnten vertraut sind: Den knallgrünen Klassiker Granny Smith und seinen blassgelben Verwandten Golden Delicious. Erhältlich sollen die manipulierten Varianten unter dem Namen "Arctic Granny" und "Arctic Delicious" sein.

Das Unternehmen bereitet derzeit außerdem die bekannten Apfelsorten Fuji und Gala für ihre genetische Frischhaltekur vor. Bei dem sogenannten Gene Silencing wird das Gen für das fragliche Bräunungsenzym zum Schweigen gebracht, indem man ein Stoppsignal ins Erbgut des Apfels einbringt. Der Hersteller nutzt dafür ein Standardbakterium der grünen Gentechnik. Nach Herstellerangaben wird die zugefügte DNA nur in geringen Mengen auf Pollen und Samen der Äpfel übertragen. Die Umwelt sei daher nicht gefährdet.