Die Regeln im Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen sind in den USA locker - und die Farmer legen sie noch viel lockerer aus.
Die Bedenken, die deutsche Verbraucher gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln oder Viehfutter haben, können Amerikaner nicht nachvollziehen. So enthielten im vergangenen Jahr etwa 57 Prozent aller Maispflanzen in den USA das gentechnisch eingefügte Bt-Gen, das die Pflanzen vor Schädlingen schützen soll. Doch trotz des verhältnismäßig sorglosen Umgangs mit Gentech-Pflanzen müssen auch amerikanische Landwirte Auflagen einhalten, wenn sie Bt-Mais anbauen. Dazu sind offenbar aber immer weniger Farmer bereit, wie die Studie einer amerikanischen Verbraucherorganisation belegt.
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Demnach scherte sich im vergangenen Jahr ein Viertel der Landwirte nicht um die Schutzmaßnahmen, zu denen sie die US-Umweltbehörde Epa verpflichtet hat. Zwei Jahre zuvor hielten sich nach eigenen Angaben noch 95 Prozent der Befragten an die Vorschriften. Die Zahlen beruhen auf anonymen Selbstauskünften per Telefon oder Internet, die Dunkelziffer liegt also wahrscheinlich höher. "Unsere Daten sollten ein Weckruf an die Umweltbehörde sein, denn sie zeigen, dass das System nicht funktioniert", schlussfolgern die Autoren der Studie.
Um zu verhindern, dass Schädlinge resistent gegen die in Gentech-Pflanzen gebildeten Stoffe werden, müssen Landwirte in den USA neben gentechnisch verändertem Mais ein Feld mit konventionellen Pflanzen anbauen. Dies soll den Insekten, die noch keine Resistenzen entwickelt haben, ein Refugium zum Überleben sichern. Es ist dabei Aufgabe der Saatgut-Firmen sicherzustellen, dass die Landwirte diese Schutzmaßnahmen auch tatsächlich einhalten.
Durch die Entwicklung neuer Gentech-Maissorten versuchen die Konzerne die Umweltbehörde aber dazu zu bewegen, dass die Auflagen verringert werden. Davor warnen jedoch Kritiker, weil man noch nicht genug über den Mechanismus wisse, mit dem die Insekten möglicherweise Resistenzen entwickeln.
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(SZ vom 19.11.2009/beu)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
"Fressen US Schlachttiere eigentlich dann den genmanipulierten Mais?"
Tja, solange der Sprit in AMIland stetig teurer wird, werden sie den Mais wohl zu Alkohol vergären, dann wird der Mais wenigstens nicht gefressen.
"Landet eigentlich solches Schlachtvieh dann in deutschen Regalen, und damit letztlich auf den Tellern hier zu Lande"
Da man nicht kontrollieren kann, wohin der angebaute Mais verkauft wird, ist davon auszugehen, dass das, was nicht vergoren wird, zu einem erheblichen Teil in den Pansen der Rindviecher fermentiert wird. Dass der Import amerikanischen Fleisches aus unkontrollerbarer Fütterung von der EU-Kommission erlaubt wurde, zeigt, dass diese Instanz sich über jede Form von Bedenken hinwegsetzt. Ergo: Es landet auf Tellern in EURO-Land.
"Birgt der Verzehr solchen Fleisches nicht Gefahr fuer den Menschen? "
Wenn man das wüsste, wäre man schon ein Stück weiter. Vor geraumer Zeit stand hier einmal ein Artikel, der aufzeigte, dass die Verfütterung des Mais an Mäusen deren Vermehrungsrate einschränkte.
Die Frage ist einfach, was geschieht mit der manipulierten DNS bei der Fermentierung im Rindermagen? Wenn die v.g. Experimente stimmen, hat der Verzehr Einfluss auf die Keimbahn; inwieweit diese Stränge in das Rindfleisch eingebaut werden ... na hoffen wir mal, dass uns Fleischfressern die vollkommene Aufspaltung gelingt.
Dass die amerikanischen Farmer im Umgang damit in fast vollkommener Sorglosigkeit agieren, zeigt, dass sie wahrscheinlich gar nicht wissen, was sie da anbauen. Die Frage, die jedoch am Wahrnehmungshorizont auftaucht, ist die der Haftung, wenn tatsächlich Spätfolgen auftreten. Eine umfangreiche Kette von Beweisen, die nie erbracht werden können und die in unendlichen Prozessen zunehmend verwässert werden.
Kuni
Warum wird eigentlich ein so guter und wichtiger Artikel "so weit hinten" im Netzangebot der SZ "versteckt"?
Vielen Dank, dass dieses Thema ueberhaupt aufgegriffen wurde, aber bitte gebt doch solchen Informationen eine bessere Plattform.
Und ich wuesste gerne: Fressen US Schlachttiere eigentlich dann den genmanipulierten Mais? Ich nehme an ja, wuerde mich aber um exakte Recherchen und Informationen freuen. Plus: Landet eigentlich solches Schlachtvieh dann in deutschen Regalen, und damit letztlich auf den Tellern hier zu Lande? Birgt der Verzehr solchen Fleisches nicht Gefahr fuer den Menschen?
Was passiert, wenn ich in die USA reise und dort esse?