Forscher haben die die Fortpflanzung von Schnecken beobachtet und nach zehn Jahren eine Antwort auf die Frage gefunden: Wozu ist Sexualität gut?
Rein rechnerisch betrachtet ist Sex blanker Unsinn. Es kostet viel Energie einen geeigneten Partner zu finden und die Ausbeute ist mager: Zwei Individuen müssen sich zusammentun, um womöglich nur einen einzigen Nachkommen hervorzubringen. Viel effektiver erscheint es, sich einfach zu teilen, wie es Bakterien, manche Pflanzen und auch einige Reptilien machen. Dabei erzeugen zwei Individuen nämlich mindestens zwei Nachkommen. Der Evolutionstheorie zufolge ist es das oberste Ziel jedes Lebewesens, möglichst viele Nachkommen zur nächsten Generation beizutragen. Trotzdem pflanzen sich fast alle Lebewesen sexuell fort. Warum eigentlich?
Kann beides, Sex und Klonen: Potamopyragus antipodanum. (© Foto: oh)
Anzeige
Ein Biologenteam der Universität Chicago hat eine Antwort auf diese zentrale Frage der Evolutionsbiologie gefunden. Die Wissenschaftler beobachteten zehn Jahre lang die Entwicklung zweier unterschiedlicher Populationen derselben Wasserschnecken-Art. Die eine pflanzte sich mit aufwendigem Sex fort. Die andere kopierte sich einfach selbst.
Zu Beginn waren die Klone klar im Vorteil, weil sie sich schneller vermehrten. Doch nach einiger Zeit wurden sie anfällig für Parasiten. Viele starben, so dass die Schnecken, die Sex hatten schließlich in der Überzahl waren.
"Das Ergebnis bestätigt die Parasiten-Hypothese", sagt Jukka Jokela, der die Studie geleitet hat. Demnach ist Sex entstanden, um die Immunabwehr fit zu halten. Weil bei dieser Art der Fortpflanzung die Gene gemischt werden, entstehen immer neue Kombinationen von Abwehrzellen. Diese können den Organismus besser gegen die sich ebenfalls ständig wandelnden Krankheitserreger verteidigen als die unflexible Verteidigung der Klone.
- Thema
- Sexualität RSS
- Serie: 200 Jahre Darwin Polonaise statt Sex 18.03.2009
- Fossilienfund in Pakistan Urwale hatten Sex an Land 04.02.2009
- Serie: Bio bizzar (1) Sex, Inzest und Kannibalismus 01.06.2010
- Frage der Woche Können Parasiten heilen? 06.04.2009
- Schlaf Wichtiger als Sex 11.02.2010
- Kirche und Sexualität Das Tier soll in den Käfig 09.02.2010
- Neuseeland Jungfrau unterm Hammer 03.02.2010
(SZ vom 08.07.2009/beu)
Linke-Parteitag in Göttingen
"...Forscher haben die die Fortpflanzung von Schnecken beobachtet und nach zehn Jahren eine Antwort auf die Frage gefunden: Wozu ist Sexualität gut...?"
Ich hoffe sehr, derjenige, der die Forschungsergebnisse bezahlt hat, bekommt jetzt sein Geld zurück.
Wenn man keine Bücher liest, dann muss man's halt bei Schnecken nochmal mit und ohne Klonen untersuchen und darüber klönen, ihr Clowns.
In meiner Diplomarbeit 1989 habe ich das selbe beschrieben - und mich dabei nicht gerade auf "neueste" Ergebnisse berufen müssen. z. B. Konrad Lorenz und Rupert Riedl oder Gerhard Vollmer.
Wer kriegt denn nun eigentlich den Nobelpreis für diese umwerfende Erkenntnis?
es mußte wirklich jemand 10 jahre lang schnecken beim sex zuschauen, um herauszufinden, was eh schon bekantt war? daß die vermischung von genen die bessere anpassung an sich ändernde umweltbedingungen ermöglicht?
wer bezahlt sowas?
ach ja, schon mal was vom "liebesstachel" der schnecken gehört. da hört der spaß auf...
..und macht Spaß :-)
Paging