Experimentelle Waffen Hyperschall-Rakete explodiert kurz nach dem Start

Zeichnung der "Advanced Hypersonic Weapon"

(Foto: Sandia National Laboratories)

Mit Hyperschall-Waffen wollen die USA künftig jedes Ziel auf der Erde innerhalb einer Stunde erreichen können, die Regierung pumpt Millionen in die Entwicklung. Nun ist ein Test vor Alaska gescheitert.

  • Der Test eines militärischen Hyperschallgeschosses vor Alaska ist missglückt. Die Rakete der US-Armee sei am Montag explodiert, gab das Pentagon bekannt.
  • Die Waffen sollen eine Geschwindigkeit von mehr als 6000 km/h erreichen.
  • Auch Russland, Indien und China arbeiten angeblich an der Technologie.

Eine experimentelle Überschallwaffe der US-Armee ist bei einem Test zerstört worden. Nur vier Sekunden hielt sich das Geschoss vor Alaska in der Luft, dann explodierte die Rakete und stürzte ab, wie die Washington Post unter Berufung auf das Pentagon meldet. Der Test fand auf dem Kodiak Launch Complex statt, einer Einrichtung auf Kodiak Island vor Alaska. In einer Mitteilung des Pentagon war nur von einer "Anomalie" während des Fluges die Rede. Der Test sei durch die Selbstzerstörungsfunktion absichtlich beendet worden, Verletzte habe es keine gegeben.

Ein Fotograf hielt die Explosion der Rakete vor Alaska fest

(Foto: AP)

Mit der Entwicklung von Hyperschallraketen wollen die USA künftig schneller auf Bedrohungen reagieren können. Sie sind Teil des sogenannten "Conventional Prompt Global Strike"-Programms (CPGS) des Verteidigungsministeriums. Mit den "Advanced Hypersonic Weapons" will das Pentagon in der Lage sein, jeden Punkt der Erde innerhalb einer Stunde anzugreifen. Entwickelt werden die Waffen von den Sandia National Laboratories und der US-Armee. Die Raketen könnten mit konventionellen Sprengköpfen bestückt werden und sollen mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen können - das sind mehr als 6000 Kilometer pro Stunde.

Wettrüsten im Hyperschallbereich

Im November 2011 flog bei einem Test vor Hawaii ein ähnliches Hyperschallgeschoss 4000 Kilometer in 30 Minuten. Dem Portal "Defense News" zufolge stehen die Überschall-Raketen ganz oben auf der technologischen Prioritäten-Liste der US-Luftwaffe für die kommenden Jahre. Die Raketen eigneten sich besonders dafür, "Schlüsselobjekte" wie gegnerische Kommandozentralen auszuschalten. Im April schloss das Pentagon einen Vertrag in Höhe von 44 Millionen US-Dollar mit einer Rüstungsfirma aus Alabama ab, die Hyperschall-Raketen zu erforscht.

Kritiker bemängeln, mit der Entwicklung der Waffen könnte die US-Regierung ein neues Rüstungswettrennen auslösen. Russland, China und Indien sollen ebenfalls bereits an Hyperschallwaffen forschen. China soll Anfang August den Hyperschallgleiter WU-14 erfolgreich getestet haben. Jeoch sind die technischen Hürden enorm: Die Reibung zwischen Luft und Rakete erzeugt extrem hohe Temperaturen, denen das Material standhalten muss. Der Luftwiderstand steigt enorm an, Kontrolle und Steuerung der Geschosse bei so hohen Geschwindigkeiten sind noch weitgehend ungelöst.

Ob das Programm nach dem Fehlschlag wie geplant fortgesetzt wird, teilte das Pentagon zunächst nicht mit.