Über das Internet verkaufen US-Händler zahlreiche wirkungslose Mittel gegen das H1N1-Virus. Patienten, die sich darauf verlassen, gehen hohe Risiken ein.
Wo Panik herrscht, sind die Geschäftemacher meist nicht weit: "Schützen Sie sich vor der Schweinegrippe", heißt es auf der Seite eines US-Heilmittelversands. Wie einfach das ist, wird in einem kurzen Text beschrieben: Bei den ersten Symptomen, so der Ratschlag, helfen eine Kräutermischung, regelmäßige Inhalationen, Tee und täglich vier bis sechs "Swine Flu Support Tablets", Tabletten, die angeblich das Virus bekämpfen.
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Tamiflu-Kapsel: Gefälschte Medikamente haben in diesen Zeiten Hochkonjunktur. (© Foto: iStock)
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Tatsächlich ist das Mittel eine dürftige Kräutermischung mit Bestandteilen wie Sonnenhut, Ingwer, Süßholz und Olivenöl. Dennoch sind die Tabletten, die pro Ration 10 Dollar kosten, laut Webseite bereits nicht mehr vorrätig.
In den USA sind inzwischen mehr als tausend Menschen an den Folgen der Schweinegrippe gestorben, Präsident Obama hat den Notstand ausgerufen. Weil die Sorge der Bürger wächst, wird das Internet zum Ort der Heilsversprechen. Doch wer sich auf dubiose Mittelchen verlässt, anstatt die Krankheit wirksam zu bekämpfen, riskiert eine Verschlimmerung seines Zustands.
Da immer neue Produkte angeboten werden, hat die US-Anzeimittelbehörde FDA inzwischen eingegriffen: Sie hat 140 vermeintliche Anti-Schweinegrippe-Mittel als "zweifelhaft" klassifiziert und 75 Hersteller deshalb angeschrieben.
So musste der Produzent eines Getränks mit Silberionen einen Werbespruch von seiner Seite nehmen, der die Heilung von Schweinegrippesymptomen suggerierte. Das Getränk selber ist nicht nur wirkungslos gegen die Krankheit, es ist sogar gefährlich, da es Nanopartikel enthält, die normalerweise Bakterien in Kühlschränken und Putzlappen in Schach halten. Das deutsche Umweltbundesamt warnte jüngst vor dem Konsum von Produkten mit Silberionen.
Andere betroffene Händler verkauften Shampoos oder ganze Hilfesets gegen H1N1. Diese bestehen aus Taschentüchern, Plastikhandschuhen, Raumerfrischern und nicht näher beschriebenen "Immunverstärkern" in Tablettenform.
Allerdings hat die FDA nicht gegen alle Anbieter etwas in die Hand: So rät der Hersteller für "Swine Flu Support Tablets", bei Schweinegrippe-Symptomen zum Arzt zu gehen. Dass diese Warnung in einem Nebensatz steht, der zwischen den Lobpreisungen seines Mittels fast untergeht, dürfte kaum eine Rolle spielen.
Tamiflu-Fälschungen im Angebot
Auch die Zahl an unseriösen Angeboten per E-Mail wächst, wie die Computersicherheitsfirma McAfee meldet. Dabei kommt den Spam-Versendern zugute, dass Tamiflu in den USA inzwischen knapp wird und bei der flüssigen Version des Anti-Grippe-Mittels sogar die Notreserven freigegeben wurden.
Hinter dem Angebot, rezeptfreies Tamiflu zu bekommen, steht ein kanadischer Online-Shop für gefälschte Medikamente. Bereits im September machte unerwünschte Werbung für diesen Händler über 70 Prozent des globalen Spam-Volumens aus. Die Pakete, so berichten US-Behörden, werden aus Indien verschickt, bei den im gefälschten Tamiflu enthaltenen Wirkstoffen handelt es sich meist um das rezeptfreie Schmerzmittel Paracetamol.
In Deutschland zeigen solche Lockangebote bislang noch keinerlei Wirkung: Der Zoll weiß von keinem erhöhten Import von Tamiflu-Fälschungen zu berichten, die bayerische Verbraucherzentrale konnte keine aktuellen Fälle unseriöser Schweinegrippe-Angebote in Deutschland nennen.
Im Vergleich zu den dubiosen Medikamentenhändlern wirken andere Internet-Angebote beinahe harmlos. So empfiehlt eine kanadische Esoterikseite Meditation als "Werkzeug zur Bekämpfung des H1N1-Virus". Auch hier geht es allerdings weniger um Gesundheit und Seelenheil, als um Geld: Der Download einer Meditationsanleitung zur "Stärkung des Immunsystems" ist kostenpflichtig.
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(sueddeutsche.de/kvg)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
(Verbot grenzüberschreitender Tiertransporte und der entsetzlichen Massentierhaltungen, wo sich durch den permanten Streß, die hochbelastete Stall-"Luft" sowie die Massierung
zigtausender armer Tiere auf engstem Raum Seuchen aller Art in Windeseile
verbreiten können), sucht die Pharmaindustrie, unterstützt von hörigen
Politikern und Medien, wiederum nach milliardenschweren neuen Profitquellen.