Dinosaurier Zweibeiniges Stachelschwein mit Vampirzähnen

Eher klein waren die Dinosaurier der Gattung Heterodontosaurus - aber mit eindrucksvollen Fangzähnen. Nur waren sie Pflanzenfresser. Wozu die Zähne dienten, hat ein US-Forscher nun anhand eines bislang unbekannten Fossils herausgefunden.

Der Name Pegomastax africanus bedeutet "Dicker Kiefer aus Afrika". Auffällig sind die "Reißzähne", die allerdings kaum zum Reißen von Beutetieren gedient haben dürften.

(Foto: Reuters/Tyler Keillor via Paul Sereno/University of Chicago)

Wozu hatten die Heterodontosaurier nur diese scharfen "Reißzähne"? Schließlich waren sie die Vorfahren der sogenannten Vogelbeckensaurier (Ornithischia), zu denen Dinosaurier wie Triceratops, Stegosaurus und Iguanodon gehörten. Und im Gegensatz zur zweiten großen Gruppe der Dinos, den Echsenbeckensauriern (Saurischia), waren das samt und sonders Pflanzenfresser.

Die kleinen Heterodontosaurier tauchten in der späten Trias vor etwa 200 Millionen Jahren zum ersten Mal auf und waren bis zur frühen Kreidezeit 100 Millionen Jahre später in einer Reihe unterschiedlicher Arten vertreten. Die meisten Fossilienfunde stammen aus Südafrika, doch inzwischen sind auch Exemplare in England und China entdeckt worden. Und da diese Dinosaurier - ähnlich wie Raubtiere - ausgesprochen ausgeprägte Fangzähne besaßen, vermuteten einige Forscher, dass sie ihre Diät gelegentlich mit kleineren Tieren wie Insekten bereicherten. Oder dienten sie doch nur dazu, Konkurrenten zu beeindrucken oder Fressfeinde abzuschrecken?

Paul Sereno von der University of Chicago hat jetzt erstmals eine Art vorgestellt, die die Frage nach der Funktion der Zähne möglicherweise beantwortet. Erst jetzt, wie man sagen könnte, denn wie Sereno in der New York Times erklärte, war er auf den Fund bereits 1983 gestoßen, als er als Student am American Museum of Natural History arbeitete. Und ausgegraben hatte man die Überreste des Dinosauriers bereits in den 60er Jahren in Südafrika.

Der Pegomastax africanus lebte vor 100 bis 200 Millionen Jahren. Er erreichte eine Höhe von vielleicht 30 Zentimetern.

(Foto: Reuters/Todd Marshall via Paul Sereno/University of Chicago)

Nun beschreibt er Pegomastax africanus im Fachmagazin ZooKeys. Der Dinosaurer war nicht größer als eine Katze, besaß jedoch scharfe Zähne in den papageienschnabelartigen Kiefern, die beim Schließen des Mauls wie Scheren wirkten. Darauf deuten Spuren an den Zähnen.

Sie hätten zum Abbeißen von Pflanzen getaugt, und vielleicht auch dazu, Feinde abzuwehren, "aber nicht besonders gut, um Beute zu fangen oder zu verarbeiten", schreibt der Forscher. Dafür spricht auch die Rekonstruktion der Muskeln am Kopf eines nahen Verwandten des Sauriers, Heterodontosaurus tucki, die der Paläontologe in dem Journal beschreibt.

Der New York Times sagte Sereno, dass der Körper des Tieres möglicherweise mit Stacheln bedeckt war. Pegomastax wäre auf der Suche nach Nahrung umhergeflitzt wie ein "flinkes Stachelschwein auf zwei Beinen".