Bemannte Raumfahrt Stiftung will Menschen schon 2018 zum Mars schicken

Millionär Dennis Tito war 2001 der erste Weltraumtourist. Nun sucht er ein Paar, das sich von seiner Stiftung "Inspiration Mars" schon in fünf Jahren zum Roten Planeten schießen lässt. Voraussetzung: eine stabile Beziehung und ein gewisses Alter.

Bis Menschen zum ersten Mal den Mars besuchen werden, wird es noch etliche Jahre dauern - zumindest wenn die Pläne der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der europäischen Weltraumorganisation Esa umgesetzt werden.

So möchte die Nasa etwa 2033 zum ersten Mal eine bemannte Mars-Mission starten. Landen sollen die Astronauten auf dem Roten Planeten allerdings noch nicht. Die Esa hat sich dagegen für das Jahr 2033 einen Flug zum Ziel gesetzt, bei dem die Astronauten den Planeten betreten sollen. Noch früher, nämlich 2023, möchte das private Unternehmen Mars One eine Basis für Besucher von der Erde aufgebaut haben.

Doch dem Multimillionär Dennis Tito dauert das alles zu lange. Tito, der 2001 als Tourist die Internationale Raumstation ISS besuchte, hat angekündigt, dass seine Stiftung "Inspiration Mars" bereits in fünf Jahren eine Mission zum Roten Planeten starten will. Zwei Menschen sollen sich auf die eineinhalb Jahre dauernde Reise machen, den Mars umrunden, jedoch nicht auf seiner Oberfläche landen.

Es handle sich um eine "einfache" Mission, erklärte Tito. Ohne schwierige Manöver, ohne Eintritt in die Marsatmosphäre, ohne Treffen mit anderen Raumfahrzeugen. Der Starttermin wurde in den Januar 2018 gelegt, da dann die Reise von der Erde zum Mars und zurück aufgrund der Konstellation der beiden Planeten in "nur" 501 Tagen zu bewältigen sein soll.

Die zweite Besonderheit der Mission neben dem frühen Zeitpunkt ist die Auswahl der Astronauten: Gesucht wird ein Paar in mittleren Jahren.

Es gehe darum, dass ein Paar mit einer stabilen Beziehung in der Lage sei, den Stress zu bewältigen, den das Leben auf engstem Raum über einen so langen Zeitraum bedeutet, sagte Jane Poynter von der Stiftung dem britischen Sender BBC. Sie könne aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen bestätigen, dass es außerordentlich wichtig sei, unter solchen Bedingungen jemanden zu haben, dem man sich verbunden fühle und dem man vertraue.

Poynter gehörte zu den acht Versuchspersonen, die ab 1991 für zwei Jahre in "Biosphere 2" lebten, einer von der Außenwelt fast völlig abgeschlossenen Anlage, in der die Bewohner durch ein autarkes Lebenserhaltungssystem versorgt werden sollte. Selbst für ein Paar könne es eine Herausforderung werden, sagte Poynter.

Nach der Reise unfruchtbar?

Ein weiterer Grund dafür, dass eher ältere Astronauten gesucht werden, ist die gesundheitsschädliche kosmische Strahlung, der die Weltraumreisenden ausgesetzt sein werden. Am besten, so sagte Christopher Riley von der britischen University of Lincoln dem Sender, wäre ein Paar, das bereits Kinder hat - schließlich müssten die Astronauten damit rechnen, wegen der Strahlung unfruchtbar zu werden.

Die Mannschaft solle die Menschheit repräsentieren, sagte Poynter der BBC. Die Jugend der Welt solle sich in der Crew wiederfinden.

Dennis Tito, der 2001 einen Betrag von 20 Millionen Dollar bezahlte, um für sechs Tage als "Tourist" die Arbeiten an Bord der ISS zu begleiten, begründete die Mission allerdings weniger als Sache der Menschheit, sondern eher als Chance für die USA. "Wenn Nationen kühn ihre Möglichkeiten nutzen, ihrer Neugier folgen und sich von technologischen Innovationen leiten lassen, wachsen und gedeihen, lernen und führen sie. Und das ist es, was eine Nation groß macht", sagte Tito in einer Presseerklärung, die im Wortlaut manchmal an die Reden von US-Präsident Barack Obama zur Raumforschung erinnert.

Noch ist das Geld für die Mission, die mit bereits existierender Raumfahrttechnik unternommen werden soll, nicht zusammen, trotz der Beiträge von Tito selbst. Doch der ehemalige Raumfahrtingenieur und Finanzmakler gibt sich optimistisch. "Mit Unterstützung der Nasa und einem sich entwickelnden Team von Partnern aus der Industrie wollen wir alles tun, um Vorteile aus den einzigartigen Möglichkeiten für Amerika zu ziehen", sagte Tito.

Die Astronauten sollen mit einer Raumkapsel aus einer Umlaufbahn um die Erde in Richtung Mars starten. Nach dem Start werden sie ein kleines Wohnmodul beziehen, das vor der Rückkehr zur Erdoberfläche wieder abgestoßen werden soll.

Die Erfahrungen von Jane Poynter in "Biosphere 2" belegen übrigens, dass solche Bedingungen nicht nur Stress hervorrufen, sondern auch positive Effekte haben können. Poynter hat einen weiteren Teilnehmer des Experiments geheiratet.