Ökosysteme waren schon immer dynamisch, mit Gewinnern und Verlierern. Doch heutzutage verschwinden Arten in atemberaubenden Tempo - und dafür ist einer verantwortlich: der Mensch.
Es sind keine Auerochsen, die im Münchner Tierpark Hellabrunn zu besichtigen sind, auch wenn sie so heißen. Als im 17. Jahrhundert das letzte Exemplar dieser Wildrinderrasse starb, war das Schicksal der Art endgültig besiegelt.
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Was der Mensch der Natur antut, hat er häufig nicht im Griff: Brandrodungen im brasilianischen Regenwald geraten auch mal außer Kontrolle. (© Foto: AP)
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Genmaterial, wie es heute massenhaft in den Samenbanken der Züchter lagert, konnte seinerzeit noch nicht gewonnen und konserviert werden. Die heute lebenden Tiere sind eine durch Kreuzung ausgewählter Rassen angestrebte Annäherung an das ursprüngliche Erscheinungsbild. Benannt nach den Schöpfern, ehemaligen Zoodirektoren, tragen sie korrekt den Namen "Heck-Rinder".
Das ist das Problem: Was ausgestorben ist, kann in der Regel nicht wiederauferstehen. Weil sich die immer noch anwachsende Weltbevölkerung zu einem guten Teil von Nutzpflanzen ernährt, ist die genetische Vielfalt der Getreidesorten, Knollen und Früchte die beste Absicherung für die Zukunft.
Von Bedeutung ist derzeit nur mehr ein Tausendstel der etwa 30.000 nutzbaren Nahrungs- und Futterpflanzen - solche, die einen hohen Ertrag bringen. Niemand weiß aber, ob nicht eine der anderen Sorten besser gegen neuartige Schädlinge oder zunehmende Dürreperioden gefeit ist.
Damoklesschwert über den Insekten
In den Samenbanken liegen deshalb weltweit ungefähr sechs Millionen Samenmuster, aber diese Konservierung kann ein breites Spektrum in der Natur nicht ersetzen, weil sich die Pflanzen nur im Freiland an Fressfeinde und den Klimawandel anpassen und natürliche Abwehrmittel entwickeln können.
Von solchen Risiken ist selten die Rede, wenn das Artensterben und die schwindende Vielfalt der Ökosysteme beklagt werden. Im Licht der Öffentlichkeit stehen einprägsame Tierarten wie die Pandabären, die sibirischen Tiger oder die spärlichen Bestände der Orang-Utans auf Sumatra und Borneo - Geschöpfe, zu denen der Mensch eine besondere emotionale Beziehung entwickeln kann.
Auch in Deutschland zeigt sich aber, dass weder Säugetiere noch die stark beachtete Vogelwelt zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gehören. Dafür schwebt das Damoklesschwert über vielen Insekten, Kriechtieren, Fröschen, Muscheln und Krebsen.
Das Ausmaß ist schwer zu benennen, weil bisher nur ein kleiner Teil des tierischen und pflanzlichen Kosmos erfasst ist - ungefähr 1,8 Millionen Arten, zu denen die Insekten allein mindestens 50 Prozent beisteuern.
Über die reale Zahl existieren nur Schätzungen, und die gehen so weit auseinander, dass sie sowohl den rudimentären Wissensstand der Menschheit wie die ungeheure Komplexität der Natur dokumentieren. In der Fachwelt gehen die Annahmen bis zum 50-Fachen des bisher bekannten Artenspektrums.
Gewinner und Verlierer
Im Lauf der Erdgeschichte gab es immer schon aussterbende Arten, ausgelöst durch geologische Verwerfungen, den Wechsel von Warm- und Kaltzeiten und gewaltsame Einflüsse aus dem Weltraum. Auch ist die Vorstellung von Ökosystemen, die dergestalt im Gleichgewicht sind, dass sich alle Teile stabilisieren und wie ein Perpetuum mobile am Leben erhalten, letztlich einer romantischen Naturidee entsprungen.
Es handelt sich vielmehr um dynamische Systeme mit Gewinnern und Verlierern. Neu ist aber das Tempo, in dem viele Arten seit der Industrialisierung vom Globus verschwinden. Die Umweltschutzorganisation WWF nimmt an, dass die Vielfalt allein in den letzten 25 Jahren um mehr als ein Viertel abgenommen hat.
Auf den Roten Listen der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in Bayern steht ungefähr die Hälfte der erfassten Bestände. Und noch etwas ist neu in der langen Geschichte der Evolution: Erstmals ist es eine einzige Art, die den Verdrängungsprozess durch ihre schiere Zahl und die Übernutzung natürlicher Ressourcen derart beschleunigt: der Mensch.
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Unnütze Hygienemaßnahmen
wird mehr geschrieben?!
Schon spannend - bei einem so entscheidenden Thema für unser Überleben und das unserer Kinder ... keine großen Emotionen oder widerstreitende Meinungen???
Erweckt der zweite Kommentar wohl im Wesentlichen betroffene und stille Zustimmung, ja gar Fügung oder Akzeptanz - oder Ratlosigkeit?
Letzteres wohl hoffentlich nicht. Zwar stimme ich Kuni zu, dass die von ihm aufgezeigte Entwicklungslinie nicht unwahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite denke ich, dass wir heute mehr denn je Wissen und Fähigkeiten haben, alternative Entwicklungspfade von Menschheit und Umwelt einzuleiten. Wir haben Werkzeuge, informelle und formelle Prozesse und Verfahren, die Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt noch günstig umzulenken. Allein wesentliche Entscheidungen und Treiber gesellschaftlicher Prozesse (sprich Machtverteilung und Bewusstsein) fielen bislang ungünstig aus und das Wissen und die Umsetzung einer zielgerichteten, effektiven und akzeptierten Bewusstseinsbildung und Aktivierung größerer Bevölkerungsteile für eine nachhaltige (i.S.d. Brundtland-Definition) Entwicklung der Umwelt waren m. E. bislang nicht ausreichend.
Wo sind die Macher einer "zukunftsfähigen" Entwicklung für die Menschheit?
Oder sitzen schon einige an entscheidender Stelle? Hm, wenn unsere Bundesregierung die bis zu geschätzten 2 Mrd. für den Impfvorrat gegen die "gefährliche" Schweinegrippe in ein Förderprogramm für ökologischen Landbau und bewusste Ernährung gesteckt hätten, wäre z. B. mehr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung und die Vorbeugung gegen die Entstehung von Resistenzen sowie die Entstehung neuer Krankheitserreger und auch den Erhalt der biologischen Vielfalt auf der anderen Seite der Erde getan worden. Immer klappt`s derzeit offenbar noch nicht mit der Nachhaltigkeit der Entwicklung... Klar, Fehler sind menschlich, aber ich meine, zu viele Fehler bei wesentlichen Weichenstellungen können wir uns nicht mehr erlauben...
Mensch es nicht schaffen, die Natur zu vernichten. Was wir beobachten ist eine Ressourcenausbeutung die dazu führen wird, dass ein Großteil der Menschheit sich in einem überschaubaren Zeitraum selbst dezimieren wird und zwar
1. durch den Klimawandel und den damit einhergehenden Umweltkatastrophen
2. wird die mit diesem einhergehende Verknappung der Nahrungsmittel zu unvorstellbaren Hungerskatastrophen führen
3. die wiederum in vielen Ländern der Welt zu Kriegen der Bevölkerungen um die letzten nutzbaren Nahrungsressourcen führen wird sowie
4. die sich dramatisch verknappenden Wasserressourcen zu drastisch sinkenden Agrarproduktionen beitragen werden
Aufhalten werden wir diesen Prozess nicht mehr. Was wir jedoch ebenfalls beobachten ist die vorbeugende Landnahme in vielen Ländern, vor allen in Afrika, durch Staaten, staatliche Organisationen und reichen Einzelpersonen und Firmen, die sich Flächen sichern, wohl weniger um ihre Bevölkerung zu ernähren, als vielmehr darum, den eigenen Erhalt zu garantieren.
Ob dieses gelingen wird, sei einmal dahingestellt. Ich bin nicht der Überzeugung, dass wir wieder in Feudalstrukturen zurückfallen werden, dass also einzelne Landbesitzer die Geschichte um 500 oder 1000 Jahre zurück drehen können. Sie werden, sollten sie es versuchen, wohl auf der Strecke bleiben.
Gleichwohl bin ich der Meinung, dass es ein DANACH geben wird. Für diese Zeit sollte eine gewisse Vorsorge getroffen werden. Und zwar sollte jede Religion, die die hemmungslose Vermehrung des Menschen als gottgewolltes Paradigma predigt und den damit einhergehenden Wiederholungsprozess abermals anstößt vernichtet und aus dem Gedächtnis der verbleibenden Menschheit gelöscht werden.
Jene unsäglichen Ökonomen, die heute die Ausbeutung der Natur und der darin enthaltenen Werte in Gegenwerten der unsäglichen Währung $$ berechnen sollten dem Schicksal derer anheimfallen, die ihren ebenso unsäglichen Theorien zum Opfer fielen.
Ich weiß, es klingt radikal. Aber wir können heute schon erkennen, dass die Natur uns ebenso radikal gegenübertreten wird. Gewisse Dinge dürfen einfach nicht mehr geschehen und gewisse Theorien nicht mehr verbreitet werden.
Die Verbleibenden sollten die bis heute an die Oberfläche geschafften metallischen Ressourcen dann nutzen. Sie sollten zu globalen Förstern und Gärtnern werden. Tun sie es nicht, sind auch ihre Tage gezählt meint
Kuni
Der Mensch muß weg.