Das Hühnerfleisch, das in deutschen Supermarktregalen liegt, ist oft ekelerregend und gesundheitsgefährdend. Im zuständigen Verbraucherschutzministerium kennt man das Problem seit längerem. Doch bislang wurde so gut wie nichts dagegen unternommen - und das ist der eigentliche Skandal.
Es ist ekelerregend und zum Teil lebensgefährlich, was da in den Supermarktregalen liegt: Hühnerfleisch, hochgradig mit Keimen belastet. Im zuständigen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kennt man das Problem seit längerem. Doch bislang wurde so gut wie nichts dagegen unternommen - und das ist der eigentliche Skandal.
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Hühner im Stall: Die Massentierhaltung in Deutschland ist wegen des hohen Medikamenteneinsatzes stark unter Beschuss geraten. (© dpa)
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Dabei hat Ministerin Ilse Aigner ein hartes Durchgreifen versprochen. Mit schärferen Gesetzen wollte sie den Missbrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung eindämmen. Doch der Gesetzentwurf, den sie diese Woche vorlegen will, enthält vor allem eines: viel heiße Luft. Die aber wird nicht ausreichen, um die Ursachen des massiven Einsatzes von Antibiotika in den Ställen zu bekämpfen.
Denn dafür müsste sich Aigner nicht nur mit Viehhaltern und Veterinären anlegen, sondern auch mit einer mächtigen Pharmaindustrie, die mit Tiermedizin Milliardengewinne schöpft - ein lukratives Geschäft, das kaum staatlichen Kontrollen unterliegt. Diese wären jedoch dringend notwendig.
Zwischen Viehhaltern, Tierärzten und Pharmafirmen besteht eine gefährliche Abhängigkeit, etwa in Form eines Rabattsystems, das diejenigen belohnt, die am meisten Medikamente verfüttern, und nicht diejenigen, die sie verantwortungsvoll einsetzen. Ohne die hohe Dosierung von Antibiotika würden viele Tiere die brutale Haltung nicht lange überleben.
Wer diese Missstände beseitigen will, kommt nicht umhin, das gesamte System der Massentierhaltung in Frage zu stellen. In Aigners Reformplänen ist von alledem nicht die Rede. Die Verbraucher sollten sich mit dieser Mogelpackung nicht abspeisen lassen.
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(SZ vom 10.01.2012/beu)
Der Skandal wird noch größer, wenn man bedenkt, dass in anderen EU - Staaten Antibiotika bei weitem nicht in dem Maße angewandt wird, wie in Deutschland ( Frankreich, NL u.a.). Daraus kann man schon den Schluss ziehen, dass hierzulande für die entsprechenden Lobbyisten reines Schlaraffenland herrscht. Schlimmer noch; heute ist sind es Hähnchen, morgen Schweine und übermorgen ist irgend etwas mit Rindfleisch nicht in Ordnung. Zur Abwechslung kommt dann Gemüse und Salat dran. So skandalisiert man sich durchs Jahr hindurch. Aber sicherlich sind das nur wieder bedauerliche "Einzelfälle". Die Unverschämtheit ist auch daran zu erkennen, dass z.B. Wiesenhof im NDR verkündet hat, es bestehe keine Gefahr für die Verbraucher, wenn man die hygienischen Regeln einhält und das Fleisch gut durchbrät. Genau so könnte man argumentieren, wenn die Wasserwerke bei Legionellengefahr fordern, dass man das Wasser nur vorher abzukochen braucht. Ich frage mich, wo sind wir denn? Bleibt nur ein; umsteigen auf BIO.
Was Niebel für Entwicklungshilfe, ist Aigner für Verbraucherschutz.
Fehl am Platz.
Der "Verbraucher" sollte sich aber bewusst machen, derart große Mengen Fleisch kann niemand ohne Einsatz von Medkamenten produzieren.
Was heute in die Fleischtheken kommt, sollte eigentlich ab Fabrik entsorgt werden.
Tragisch für die Tiere, die vergeblich (nicht umsonst) gefoltert und getötet wurden.
Der Skandal besteht schon seit langer Zeit. Zu einem Einschreiten
dagegen gehört auch Mut. Hühnerzucht- und Pharmalobby sind anscheinend zu mächtig, um die Bürger zu schützen. Es grenzt eigentlich schon an " Körperverletzung " , wenn nicht schnellstens etwas dageben geschieht .
Die Sachlage ist ganz einfach !
Den Dreck einfach nicht (fr) essen, damit unzerszützt man auch nicht diesen Schwachsinn und gut ist.
Jede weiter Äusserung zu diesem Theme erübrigt sich, weil der Konsument/Verbraucher oder wie ich ihn gerne nenne der Mensch, die Sache immer noch selbst in der Hand hat.
Die Verbraucher haben es bis 2012 anscheinend immer noch nicht begriffen.
Die Bedeutung Atibiotika resistenter Keime ist vielen ein Fremdwort, obwohl es nicht allein um die Keime geht.
An Frau Aigners stelle würde ich mir eine neuen Job suchen, ich hätte da schon was in Aussicht, nämlich Hühnermastbetriebsreinigungsangestellte auf 400€ Basis. mit späterer Grundsicherung für Geringverdiener mehr hat sie nicht verdient.
Hauptsache Frisur und Dresscode stimmen gell Frau Aigner !
P.S Wenn alle die Ernährung umstellen würden hätten wir auch eine Stille Revolution und damit etwas Grundlegendes verändert,aber Träumen darf ja jeder ein wenig.
Gruß eM
Die Menschen starben früher an kriegerischen Auseinandersetzungen, Hunger oder überregionalen Epidemien. Im heutigen Jahrhundert werden wir mit so vielen Krankheiten konfrontiert, wo keiner eigentlich so genau die Ursache bestimmen kann.
Auf der einen Seite des Globus sorgt die Unterernährung für das vorzeitige Ableben und auf der anderen Seite steht hierfür die industrielle Produktion bereit. Man sagt dazu nur, dass die folgende Generation nicht mehr so alt werde.
Wer dabei glaubt, mit der Bio Ernährung auf der dritten Seite zu sein, der sollte die Qualität unseres Wassers mit all seinen Medikamentenrückständen nicht vergessen.
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