Archäologie in Rom Einfach wieder zuschütten

Russel Crowe, Hauptdarsteller des Films "Gladiator" rief zu Spenden für die Ausgrabungen auf.

(Foto: REUTERS)

"Der wichtigste Fund seit Jahrzehnten": Römische Archäologen sind schon vor Jahren auf das Grab von Marcus Nonius Macrinus gestoßen, von dessen Geschichte sich der Kinofilm "Gladiator" inspirieren ließ. Doch für die Bergung der Schätze fehlt das Geld. Nun greift die Stadt zu einer radikalen Methode.

Von Henning Klüver

Wie kann man antike Ausgrabungsstätten erhalten, wenn es keine Finanzmittel gibt, um sie zu schützen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Indem man sie wieder wieder zuschüttet. Dieses Schicksal droht dem Grabmal von Marcus Nonius Macrinus, einem römischen Senator und Feldherrn unter Kaiser Marc Aurel im 2. Jahrhundert nach Christus, auf das Archäologen 2007 am nördlichen Stadtrand von Rom gestoßen waren. Das Gelände, durch das die alte Via Flaminia verlief, wurde im Mittelalter durch Tiberhochwasser überschwemmt und von Schlammablagerungen und Geröll bedeckt.

Als dort vor einigen Jahren Wohnhäuser gebaut werden sollten, stieß das für archäologische Güter zuständige Denkmalschutzamt (Soprintendenza archeologica) bei Stichproben auf Spuren der monumentalen Grabanlage des Feldherren. Bei anschließenden Ausgrabungen kamen gut erhaltene architektonische Fundstücke ans Licht. Darunter mehrere Säulen, ein Tympanon sowie verschiedene Inschriften, die zu einem kleinen Tempel gehörten, der offensichtlich vor der Überschwemmung eingestürzt war.

Außerdem wurden ein Ofen sowie Werkzeuge eines Kalkbrenners gefunden, der hier im Mittelalter Marmorbruchstücke zu Zement verarbeitet hatte. Der Mann wurde offensichtlich von dem extremen Hochwasser überrascht und ließ alle seine Geräte an seinem Arbeitsplatz zurück.

Daniela Rossi, die Leiterin der Ausgrabungen, bezeichnete die Grabanlage als "wichtigstes Monument des alten Roms, das in den vergangenen 20 bis 30 Jahren gefunden wurde". Sie ermögliche einen Blick in die Antike wie ins Mittelalter. Und das kurz nach dem Welterfolg des Kinofilms "Gladiator" aus dem Jahr 2000 von Ridley Scott, der sich von der Persönlichkeit des Marcus Nonius Macrinus hatte inspirieren lassen.