Energiesparlampen erzeugen sehr viel blaues Licht, das ungesund ist. Es schädigt die Augen und bringt den Hormonhaushalt durcheinander

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Schon ein Blick auf die Spektren der einzelnen Lichtquellen zeigt, dass an diesem Einwand nicht allzu viel dran sein kann. Zwar erzeugen manche Energiesparlampen, besonders die "Tageslicht"-Birnen mehr Blau als Glühbirnen. Aber bei "warmweißen" ist der Unterschied sehr klein.

Außerdem zeigt der Vergleich mit Sonnenlicht, dass blaues Licht kein großes Problem sein kann. An einem Tag im Büro unter Kunstlicht nimmt der durchschnittliche Angestellte weniger davon auf als in ein paar Minuten unter freiem Himmel. Tatsächlich kennen Fachleute die Bedrohung durch intensives Blau und das benachbarte, unsichtbare Ultraviolett: "Es kann photochemische Prozesse in der Retina auslösen, die diese auf Dauer schädigen", sagt Rüdiger Matthes vom Bundesamt für Strahlenschutz.

"Probleme macht das nur, wenn man aus kleiner Distanz direkt ins Licht schaut. Weil man geblendet ist, vermeidet man das in der Regel." Auch der Hormonhaushalt, besonders die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, könne durcheinander geraten.

Diese Effekte treten bei allen Lichtquellen auf, besonders bei Sonnenschein. Auch Halogenbirnen hätten viel von dem blauen Licht, bei manchen Glühbirnen sei es sogar stärker als bei Energiesparlampen, sagt Matthes. "Vor allem der Ultraviolettanteil verändert sich nicht nur mit dem Lampentyp, sondern schwankt auch von Charge zu Charge, weil das verwendete Glas die Strahlung herausfiltert oder durchlässt." Lampenhersteller könnten das Problem ernster nehmen, moniert der Strahlenexperte.

Wenn man eine Energiesparlampe einschaltet, dauert es ewig, bis sie richtig leuchtet

Das stimmt: Weil das Gasgemisch im Inneren erst gezündet werden muss, gibt es zwischen dem Anknipsen und dem Aufflammen immer eine Verzögerung. Ihre volle Helligkeit erreicht die Lampe erst nach einer Minute. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Effekt, wenn die Birne frisch aus der Packung kommt; im Lauf der Wochen brennt sie sich ein und wird dann schneller hell.

Die Hersteller können dieses Verhalten durch die Auslegung der Lampe beeinflussen. Ihre Kundeninformation hierüber ist allerdings noch unterentwickelt. Nur gelegentlich stehen Vokabeln wie "Schnell-" oder "Quickstart" auf der Packung. Ansonsten sollte der Käufer innerhalb des Sortiments eines Herstellers die Produkte mit kürzerer Lebensdauer wählen, wenn das Licht schnell angehen soll.

Wer die Verzögerung beim Schalterdruck komplett vermeiden und dennoch viel Strom sparen möchte, sollte sich eine LED-Lampe in die Fassung schrauben. Sie erreicht inzwischen Lichtstärken, die 40-Watt-Glühbirnen entsprechen.

Energiesparlampen flimmern

Bei vielen Lampen schwankt die Helligkeit 100-mal pro Sekunde, also mit der doppelten Frequenz der Spannung im Haushalt. Früher wurden Energiesparlampen so wie ihre großen Verwandten, die Leuchtstoff- oder Neonröhren, tatsächlich für einen Moment dunkel. Verbesserte Elektronik begrenzt die Höhe der Schwankungen heute auf maximal 15 Prozent, wie das Bundesamt für Strahlenschutz in einer aktuellen Stellungnahme feststellt.

Aber: Das betrifft nicht nur Energiesparlampen, sondern auch die traditionellen Glühbirnen. Und: "Bisher liegt kein signifikanter Hinweis dafür vor, dass das Flimmern sogenannte lichtsensitive Krankheitssymptome wie zum Beispiel Migräne, Epilepsie oder Autismus auslöst beziehungsweise verschlimmert", so das Amt.

Energiesparlampen kauft man wie die Katze im Sack, angesichts des Preises ein Risiko

Das ist nicht nötig. Wer zehn bis 25 Euro für eine Lampe ausgibt, sollte darauf bestehen, sie im Laden auszupacken und auszuprobieren. Früher war es auch bei Glühbirnen üblich, ihre Funktion vor dem Kauf zu testen. Das Umweltbundesamt rät, bei Energiesparlampen Markenprodukte zu kaufen.

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(SZ vom 05.09.2009/gal)