Gar nicht grün: Deutschland hat neben den USA und Japan den größten Pro-Kopf-Bedarf an Wasser. Jeder Deutsche verbraucht laut der Umweltschutzorganisation WWF 25 volle Badewannen - jeden Tag. Einer der vielen Gründe ist der hohe Kaffeekonsum.
Der Wasserverbrauch der Deutschen ist viel höher, als bisher angenommen. Etwa die Hälfte des Bedarfs entsteht indirekt durch die Einfuhr von Lebensmitteln und Industriegütern. Das geht aus einer unveröffentlichten Studie der Umweltschutzorganisation WWF hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Pro Jahr verbrauchen die Deutschen damit dreimal so viel Wasser wie der Bodensee fassen kann.
Jeder Deutsche verbraucht täglich 25 Badewannen voller Wasser - weil sehr viele Lebensmittel und Industriegüter importiert werden. (© Foto: iStock)
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Das unumstrittene Lieblingsgetränk der Deutschen ist Kaffee. Laut Statistik trinkt jeder Bundesbürger im Durchschnitt 2,8 Tassen am Tag - unter dem Strich ergibt dies einen Wasserverbrauch von genau 392 Litern. Das klingt zunächst unlogisch, stimmt aber trotzdem. Vorausgesetzt, man rechnet die Menge an Wasser ein, die etwa in einem Anbauland wie Brasilien benötigt wird, um die dafür notwendige Menge an Kaffee zu erzeugen. Indirekt werden so jedes Jahr knapp zehn Milliarden Kubikmeter Wasser importiert, nur um den Kaffeekonsum zu decken. Hochgerechnet auf alle Verbrauchsgüter verbrauchen die Deutschen jährlich dreimal so viel Wasser wie der ganze Bodensee fasst: insgesamt 160 Milliarden Kubikmeter.
Zwar geht der direkte Wasserverbrauch der Bundesbürger seit Jahren zurück - pro Person und Tag liegt dieser inzwischen bei 124 Liter, vor zwei Jahrzehnten waren es noch 144 Liter. Der tatsächliche Verbrauch liegt jedoch um ein Vielfaches darüber: "Umgelegt auf die Einwohnerzahl hat jeder Deutsche einen täglichen Wasser-Fußabdruck von 5288 Litern, was 25 Badewannenfüllungen entspricht", sagte WWF-Wasserexperte Martin Geiger.
Deutschland, das als eines der wasserreichsten Länder der Welt gilt, gehört damit neben den USA und Japan zu den größten Wasserverschwendern weltweit. Das belegt unter anderem auch eine Untersuchung der UN-Organisation Unesco aus dem Jahr 2004, in der die größten Wasserimporteure und -exporteure erfasst sind.
Die Probleme des Exports
Die Studie, die von der Umweltstiftung WWF an diesem Montag offiziell vorgestellt wird, analysiert erstmals umfassend den "Wasser-Fußabdruck", den Deutschland in der ganzen Welt hinterlässt - eine Rechnung, die nicht nur den direkten Verbrauch berücksichtigt. Sie schließt auch die Menge an Wasser ein, die im Ausland für die Produktion von Lebensmitteln und Industriegütern benötigt wird, die hierzulande verkauft werden.
Rund die Hälfte des deutschen Wasserbedarfs wird laut der WWF-Studie über ausländische Produkte importiert, mit steigender Tendenz. Besonders alarmierend ist aus Sicht des WWF, dass ein erheblicher Teil dieser Waren in Ländern hergestellt wird, die selbst unter chronischem Wassermangel leiden, wie etwa Spanien und die Türkei - mit verheerenden Auswirkungen, weil sich dadurch die Trockenheit weiter verschärft.
Der WWF fordert deshalb eine konsequente Umsetzung der europäischen Wasserrichtlinie, die eigentlich sicherstellen soll, dass durch das Abzweigen von Süßwasser die Pegelstände von Flüssen, Grundwasser oder Feuchtgebieten nicht abgesenkt werden, eine Vorgabe, die bislang allerdings kaum Beachtung findet.
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Demonstrationen in Hamburg
werfen doch, wie schon an anderer Stelle konstatiert, eigentlich die alte Henne-Ei-Frage auf, oder kennt jemand jemanden, der/die sich vor ein paar Jahr(zehnt)en in einem Lebensmittelmarkt im Winter nach Erdbeeren oder im Herbst nach Tomaten für 4 Mark das Kilo gefragt hat? Wohl kaum. Diese Produkte waren irgendwann da und wurden von den abgrundtief bösen deutschen Verbrauchern latürnich gekauft, ohne daß sich diese für 0,014 Cent Gedanken darüber gemacht hätten, zu welchen Weltuntergangspreisen diese Produkte hergestellt wurden. Ich kann mir auch vorstellen, daß die Zahl derer, die gefordert haben daß Krabben zum Pulen vom Nordseestrand nach Marokko gekarrt oder gar kein Witz, leider nach Vietnam und zurück geschippert werden müssen, damit sie ein paar Pfennige billiger seien (zu Deutsch: damit der Produzent massiv Lohnkosten spart), eher überschaubar war, usw. usf. Das alles tun die Akteure der Globalisierung, der segensreichen, aus demselben Grund, aus dem der Hund seinen Schw (eif oder anz, das ist hier die Frage) leckt: Weil ers kann. Und zwar auch, ohne sich über Konsequenzen Gedanken zu machen
... zum Argumentieren verwendet, muß wirklich nach allen Seiten offen (mithin nicht ganz dicht) sein. Wasser-Fußabdruck darauf muß man erst mal kommen. Allein mit dieser kreativen Großtat hat der Mann seine Steuer-Fördergelder für ein halbes Jahr "verdient". Macht's nur so weiter!
Keinen Euro mehr für den WWF
@Max Artur. Maßnahmen sind natürlich nur in soweit zu treffen, wie es faktisch begründet ist.
Bleiben wir bei den großen Exporteuren virtuellen Wassers: Wenn Sie sich die Mühe machen und die Karte der Exporteure ansehen, dann erkennen Sie, daß die großen Exporteure nicht zu der von Ihnen beklagten Kategorie mit Demokratiedefiziten und zu wenig Wasser gehören. Angeführt vom wasserreichen Brasilien geht die Liste über die Elfenbeinküste, USA, Frankreich, Niederlande, Indonesien, Ghana und Indien weiter, nicht direkt Länder der Sahel Zone. Dazu kommt, daß nichts darüber gesagt wird, ob der virtuelle Export nicht häufig aus wasserreichen Gegenden eines Landes erfolgt. Daß außerdem Wasser nicht einfach in der Landwirtschaft einer Region verschwindet, sondern zu weiterer Nutzung wieder auftaucht, zeigt die Fragwürdigkeit der 100% Exportbehauptung.
Ein Argument ist übrigens im Fokus genannt: Da Deutschland ein Exporteur von Industriegütern ist, die mit Wasserverauch hergestellt werden, sind wir möglicherweise gar kein schlimmer virtueller Importeur, sondern vielleicht sogar ein Nettoexporteur von virtuellem Wasser. Der Artikel ist demnach Unfug.
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