Wein-Auktion in Dijon Edler Tropfen auf den heißen Stein

Wein

Mit Rotwein gegen die Krise: Dijon verkauft edle Flaschen (Symbolbild)

(Foto: iStockphoto)

Aus der Schuldenkrise wird eine kulinarische Krise: Weil das Geld für Sozialausgaben fehlt, versteigert die Stadtverwaltung im französischen Dijon ihre besten Weine. Ein Teil der Einnahmen wird dazu verwendet, wieder neuen Wein zu kaufen.

Vermutlich hätte François Rebsamen lieber Senf verkauft. Der Bürgermeister der ostfranzösischen Stadt Dijon, die für ihren Senf berühmt ist, braucht dringend Geld. Doch eine Senf-Auktion hätte wahrscheinlich nicht genug eingebracht - und so musste die Stadtverwaltung schweren Herzens ihren exklusiven Weinkeller öffnen. 3500 Flaschen wechselten am Wochenende den Besitzer, Gesamtpreis: 151.620 Euro.

Mit den Einnahmen sollen die steigenden Sozialausgaben der 150.000-Einwohner-Stadt gestemmt werden. "Insgesamt haben wir einen guten Haushalt", sagt Rebsamen der Financial Times, "aber die Sozialausgaben der Stadt gehen in die Höhe." Immer mehr Bürger seien auf Hilfe angewiesen.

Frankreich gilt zwar - gerade im Vergleich zu anderen Euro-Krisenstaaten - als relativ robust, doch das Land muss kräftig sparen. Präsident François Hollande hat die Kommunen bereits vor Einschnitten gewarnt: Sie müssen sich auf Ausgabenkürzungen in Höhe von 60 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren einstellen.

Jetzt soll also Rotwein gegen die Krise helfen. Die teuerste Flasche, ein Vosne-Romanée Cros Parentoux, Jahrgang 1999, kam für 4800 Euro unter den Hammer. Der Käufer sei ein "mysteriöser Chinese", schreibt das Lokalportal infos-Dijon. Er sei extra aus Paris angereist.

Die Weine, die die Stadt Dijon zum Verkauf anbot, stammten aus einer Sammlung, die seit den 1960er Jahren immer weiter gewachsen ist. Die Weinkeller würden für gewöhnlich zu offiziellen Anlässen geöffnet, erklärt Rebsamen. Aber auch Botschafter, wichtige Bürgermeister oder andere Ehrengäste dürften hin und wieder von den Burgunder Weinspezialitäten kosten.

Damit die Stadtoberen ihren Gästen künftig noch etwas anderes als Selterswasser anbieten können, sollen nicht die gesamten Einnahmen aus der Auktion in den Haushalt fließen. Zwanzig Prozent des Geldes werde dazu genutzt, den kommunalen Weinkeller wieder aufzufüllen, teilte die Stadt mit.