Wegen drohender Streiks Lufthansa streicht Flugplan für Donnerstag zusammen

Am Donnerstagvormittag sollen nahezu alle Lufthansa-Flüge in Deutschland und Europa ausfallen.

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Zwischen fünf und zwölf Uhr sollen sämtliche Lufthansa-Flüge in Deutschland und Europa ausfallen. Weil die Gewerkschaft Verdi für Donnerstag einen großen Warnstreik angekündigt hat, muss die Fluggesellschaft einen Großteil ihrer Verbindungen streichen.

Die Lufthansa muss wegen des für Donnerstag angekündigten Streiks ihren Flugplan dramatisch ausdünnen: "Wir streichen morgen früh wegen des Streiks nahezu alle Flüge in Deutschland und Europa", sagte ein Konzernsprecher. Betroffen seien Verbindungen, die in der Zeit zwischen 5:00 und 12:00 Uhr geplant waren.

Die Streichung wirkt sich auf Verbindungen ab Frankfurt, Hamburg, Berlin, München, Düsseldorf und Köln aus. Interkontinental-Flüge sollten dagegen weitgehend stattfinden, teilte das Unternehmen mit.

Eine Liste, welche Flüge ausfallen, werde am frühen Nachmittag auf der Webseite lufthansa.com veröffentlicht. Die Passagiere werden gebeten, sich dort über den Status ihres Fluges zu informieren.

Die Gewerkschaft Verdi hatte ihre Mitglieder für Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen. Es handele sich um ein "Warnsignal" an die Lufthansa. Deshalb würden auch nicht alle Angestellten der Airline ihre Arbeit niederlegen, sondern je nach Standort einzelne Beschäftigtengruppen, sagte eine Verdi-Sprecherin. "Es nicht so, dass der ganze Betrieb lahmgelegt wird."

Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent

Mit dem Ausstand will Verdi den Druck auf die Lufthansa in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen - die nächste Runde findet am Freitag statt. Verdi fordert für 33.000 Beschäftigte bei der Lufthansa 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will die Gewerkschaft von der Fluggesellschaft Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

Der Dax-Konzern weist die Forderung zurück und bietet mit Verweis auf die angespannte wirtschaftliche Situation lediglich eine Nullrunde an. "Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber und ihre Gegenforderungen zu Lohnverzicht und Arbeitszeitverlängerung sind eine Provokation, die bei den Lufthanseaten zu starker Unruhe und Verärgerung geführt hat", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, der Catering-Tochter LSG, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine.

Arbeitsniederlegungen sind in der Luftfahrt-Branche keine Seltenheit. Vergangenen Sommer stürzte bereits die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo die Lufthansa für einige Tage mit einem Ausstand ins Chaos, der Schaden betrug gut 30 Millionen Euro. Zuvor - im Februar 2012 - brachten 200 Flugfeld-Arbeiter den Betrieb am Frankfurter Airport über Wochen durcheinander. Sie waren einem Streikaufruf der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gefolgt. Und in den vergangenen Monaten hatten wiederholt die Sicherheitsleute an den Airports Düsseldorf, Köln und Hamburg die Arbeit niedergelegt - es kam zu zahlreichen Flugannullierungen.